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Portio

(Weitergeleitet von Portio vaginalis uteri)

Synonyme: Portio vaginalis uteri, Ektozervix

1 Definition

Die Portio (Portio vaginalis uteri) kennzeichnet den Übergang vom Gebärmutterhals (Cervix uteri) in die Vagina. Hiervon zu unterscheiden ist die Portio supravaginalis, als Übergang vom Gebärmutterhals in die Gebärmutterenge (Isthmus uteri).

2 Anatomie

Die Portio ist der Teil der Cervix uteri, der in die Scheidenlichtung hineinragt. In seiner Mitte liegt der Muttermund.

3 Histologie

Histologisch kennzeichnet die Portio den Übergang zwischen dem hochprismatischen Zylinderepithel des Gebärmutterhalses und dem mehrschichtig, unverhorntem Plattenepithel der Vagina. Diese Epithelgrenze verschiebt sich unter dem Einfluss der Hormone: Bei jungen Mädchen und Frauen im Klimakterium liegt diese Übergangszone weit im Zervikalkanal, während der Übergang bei geschlechtsreifen Frauen vaginalwärts wandert. Aufgrund der vielfachen Umbauvorgänge in Abhängigkeit des Hormonstatus der Frau, ist diese Grenzzone, auch Transformationszone genannt, sehr anfällig für epitheliale Atypien.

4 Diagnostik

Im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen werden die oberflächlichen ("superfizialen") Zellen der Portio und des Gebärmutterhalses mit einem Wattestäbchen oder einem kleinen Bürstchen abgetragen. Dieser Vorgang ist schmerzlos. Die Zellen werden auf einem Objektträger aufgetragen, nach der Papanicolaou-Färbung eingefärbt und im Labor auf histologische Veränderungen hin untersucht. Mögliche Dysplasien werden in so genannte PAP-Grade, entsprechend der PAP-Klassifizierung eingeteilt:

Grad Befund/Therapiemöglichkeit
PAP I völliger Normalbefund, nächste Kontrolle in einem Jahr im Rahmen der Krebsfrüherkennung
PAP II entzündliche, regenerative Veränderungen, unverdächtig, meist durch Keime bedingt, evtl. Behandlung der Entzündung und Kontrolle in 3 Monaten
PAP III schwere entzündliche oder degenerative Veränderungen, unklarer Befund, kurzfristige Kontrolle, bei anhaltendem PAP III engmaschige Kontrolle
PAP III D leichte bis mittelschwere Dysplasie, häufig durch Humane-Papilloma-Viren (HPV) bedingt, Kontrolle innerhalb von 3 Monaten, bei anhaltendem Befund Konisation
PAP IV A schwere Dysplasie oder Carcinoma in situ, histologische Abklärung durch Konisation
PAP IV B Carcinoma in situ, invasives Karzinom jedoch nicht auszuschließen, Konisation
PAP V invasives Karzinom, Konisation, ggf. Ausweitung der chirurgischen Therapie, z.B. Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und Nachbehandlung

Eine weitere gängige Form der Einteilung ist die zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN).

Im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen lassen sich mit wenig Aufwand frühzeitig Veränderungen durch Inspektion, Palpation und Histologie erfassen. Eine jährliche Krebsfrüherkennung kann somit Diagnosen wie z.B. die des Zervixkarzinoms, verhindern.

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