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Unipolare Depression

Von lateinisch: deprimere - niederdrücken

1 Definition

Die Unipolare Depression ist eine psychiatrische Erkrankung, die sich meist durch eine Störung der Affektivität des Kranken äußert.

2 Ursachen

Zur Entstehung einer Depression gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten. Physiologisch wird ein Mangel der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin im Bereich des Hirnstammes beobachtet. Aber auch psychologisch belastende Ereignisse können zur Entstehung einer Depression führen. Schließlich mag eine genetische Disposition eine Rolle spielen, so erkranken Personen, bei deren Eltern oder Geschwistern eine Depression diagnostiziert wurde, signifikant häufiger.

3 Symptomatik

Typisch für die unipolare Depression ist, dass manische Phasen fehlen. Leitsymptome sind ausgeprägte Traurigkeit, Freudlosigkeit und Interessenlosigkeit, die bis zu Selbsttötungsabsichten führen können. Auch eine allgemeine Antriebslosigkeit ist auffällig. Das körperliche Erscheinungsbild umfasst Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und allgemeine Missempfindungen. Sowohl die psychischen als auch die physischen Symptome können im Vordergrund stehen - dadurch kann die Diagnose erschwert werden.

4 Therapie

Eine Depression kann sowohl pharmakologisch als auch psychotherapeutisch behandelt werden. Beide Verfahren haben ihre Wirksamkeit in Studien bewiesen. Pharmakologisch wird versucht, die Konzentration der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin im ZNS zu erhöhen. Dies wird erreicht durch eine Hemmung der Wiederaufnahme der Botenstoffe aus dem synaptischen Spalt (trizyklische Antidepressiva, SSRIs), eine Verstärkung der Wirkung (einige atypische Antidepressiva) oder auch einer Hemmung des Abbaus (MAO-Hemmer). Die Medikamente der ersten Generation (Tricyclika und MAO-Hemmer) weisen zwar keine schlechtere Wirksamkeit, aber ausgeprägtere Nebenwirkungen als die moderneren Antidepressiva auf. Die neueren Substanzen hemmen sehr spezifisch die Serotonin Wiederaufnahme und sind daher Nebenwirkungsärmer (SSRI = Selektiv Serotonin Reuptake Inhibitor) und sind daher meist das Mittel erster Wahl. Die Auswahl des richtigen Arzneimittels trifft der Facharzt aufgrund der speziellen Symptomatik des Patienten, allen Mitteln gemein ist, das bis zum Wirkugseintritt meist eine Zeit von mindestens 2 Wochen vergeht, die mit häufigeren Kontakten zu dem Patienten überbrückt werden sollte. Gerade bei schwereren Depressionen ist eine zusätzliche psychotherapeutische Betreung angebracht.

5 Leitlinien

AWMF Leitlinie

Tags:

Fachgebiete: Psychiatrie

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