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Kognitive Verhaltenstherapie

Synonym: KVT
Englisch: cognitive behavioral therapy

1 Definition

Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Form der Verhaltenstherapie. Im Vordergrund dieser Therapieform stehen die Wahrnehmung des Patienten sowie Veränderungen der Kognition.

2 Hintergrund

Die kognitive Verhaltenstherapie fokussiert sich auf den Abbau negativer Einstellungen und dysfunktionaler Kognitionen. Letztere können als Denkfehler aus negativen Erfahrungen heraus interpretiert werden, aus denen negative Einstellungen im Hinblick auf die Zukunft des Betroffenen resultieren können. Das Ergebnis ist eine kognitive Triade, also eine negative Sicht bezogen auf sich selbst, die Umwelt und die Zukunft.

Weitestgehend etablierte Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie gehen auf Arbeiten von Beck et al. (1979) und Lewinsohn (1974) zurück. Dabei werden unterschiedliche kognitive und behaviorale Therapieansätze zusammengefasst.

Nach Beck haben Kognitionen (Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen, Wahrnehmungen) Einfluss auf das emotionale Befinden. Im Rahmen der Therapie sollen Patienten lernen, Wahrnehmungsverzerrungen und fehlerhafte Bewältigung von Problemen zu erkennen und zu relativieren. Somit sollen negative Gefühle zurückgehen und alltägliche Problemsituationen besser bewältigt werden können. Nach dem Erkennen entsprechender Situationen kann seitens des Betroffenen eine Überprüfung der Situation und eigener Denk- und Verhaltensmöglichkeiten erfolgen. In strukturierten kooperativen Interaktionen (Übungen) sollen diese Strategien transparent vermittelt werden, um dem Patienten den selbstständigen Einsatz zu ermöglichen.

3 Behandlungsprogramm in sechs Phasen

Die Abfolge des auch im deutschsprachigen Raum am häufigsten evaluierten und empfohlenen KVT-Behandlungsprogramms lässt sich durch sechs Phasen beschreiben (Hautzinger, 2003):

  • Phase 1: zunächst sind zentrale Probleme zu identifizieren und der Aufbau einer therapeutischen Beziehung zu erfolgen. Der Patient ist zu beruhigen und ein Akzeptanzverhältnis sollte aufgebaut werden. Die Anamnese und Lebensgeschichte sowie Symptomatik und Verlauf der depressiven Symptomatik sind zu analysieren.
  • Phase 2: Erläuterungen des Therapeuten, einschließlich Psychoedukation mit Bezug auf affektive Störungen und Vermittlung des therapeutischen Modells (Emotion, Kognition, Verhalten) sowie der Therapieschwerpunkte.
  • Phase 3: Aufbau regelmäßiger Aktivitäten und Herausarbeitung einer Tagesstruktur, einschließlich der Förderung angenehmer Tätigkeiten.
  • Phase 4: Bearbeiten bestimmter kognitiver Muster und dysfunktionaler Informationsverarbeitungen.
  • Phase 5: Verbesserung der sozialen, interaktiven und problemlösenden Kompetenzen.
  • Phase 6: Vorbereitung auf kommende Krisen sowie frühzeitiges Erkennen von Krisen und Rückschlägen; Beibehaltung von erlernten, intervenierenden Verhaltensmustern sowie Rüchfallverhinderung und Notfallplanung.

4 Literatur

  • Davison, Neale, & Hautzinger: Klinische Psychologie, 8. Auflage, 2007.
  • Kühne et al.: Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie Affektiver Störungen, Hogrefe Verlag, 2007.
  • Arolt, Reimer & Dilling: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, 7. Auflage, Springer Verlag 2011.

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