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Vagusnervstimulation

(Weitergeleitet von Vagusnerv-Stimulation)

Synonym: Vagusstimulation
Englisch: vagus nerve stimulation

1 Definition

Die Vagusnervstimulation ist ein neurologisches Therapieverfahren, bei dem der linke Nervus vagus elektrisch stimuliert wird. Es findet vor allem Anwendung zur Prophylaxe epileptischer Anfälle.

2 Hintergrund

Der Nervus vagus ist der 10. von insgesamt 12 Hirnnerven und der größte Nerv des Parasympathikus. Er reguliert die Tätigkeit fast aller innerer Organe und stellt als Verbindung zwischen dem Gehirn und diesen Organen einen Angriffspunkt für die antikonvulsive Therapie dar. Aufgrund fehlender schmerzleitender Nervenfasern und einem überwiegenden Anteil von afferenten Fasern hat sich der Vagusnerv als Angriffspunkt bewährt. Zusätzlich projiziert er seine Wirkung ausgehend vom Nucleus tractus solitarii auf viele Hirnregionen.

3 Operation

Bei der Vagusnervstimulation wird zwischen zwei Verfahren differenziert.

3.1 Invasive Vagusnervstimulation

Der Vagusnervstimulator besteht aus einem batteriebetriebenem Pulsgenerator sowie einem Kabel mit Elektroden. Das Stimulationsgerät wird unterhalb der linken Clavicula zwischen Unterhautfettgewebe und den Brustmuskel implantiert. Von dort verläuft das Kabel subkutan zum Hals, wo die beiden Elektroden um den Vagusnerv gewickelt werden. Der chirurgische Eingriff findet unter Vollnarkose statt und dauert ein bis zwei Stunden. Die Lebensdauer der Batterie beträgt fünf bis zehn Jahre und muss anschließend durch eine kleine Operation ersetzt werden.

3.2 Transkutane Vagusnervstimulation

In diesem Fall wird der Ramus auricularis nervi vagi, ein Hautast des Nervus vagus, transkutan im Bereich der Ohrmuschel durch eine spezielle Ohrelektrode gereizt.

Eine nichtinvasive Alternative ist ein handgroßes Gerät, welches selbstständig vom Patienten auf Höhe der Arteria carotis angelegt und bedient wird. Durch Erzeugung eines elektrischen Feldes kommt es zur Vagusstimulation.

4 Indikation

Die Vagusnervstimulation ist induziert bei therapieresistenten oder inoperablen Epilepsien. Weiterhin findet sie bei therapieresistenten Depressionen Anwendung. Noch nicht ausreichend gesicherte Einsatzgebiete sind Migräne, Tinnitus oder psychiatrische Krankheitsbilder wie Morbus Alzheimer und Angststörungen.

4.1 Vagusnervstimulation bei Epilepsie

Der Pulsgenerator sendet in Intervallen elektrische Impulse von 30 Sekunden aus, welche vom Nervus vagus an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Stromimpulse hemmen die Hirnaktivität und reduzieren die epileptischen Anfälle. Stimulationsintervalle und -dauer können durch einen Arzt individuell angepasst werden. Außerdem kann die antikonvulsive Wirkung durch eine medikamentöse Behandlung unterstützt werden.

5 Positive Nebeneffekte

  • Verbesserung der Stimmungslage
  • positive Beeinflussung der Wachheit
  • Verbesserung der Lebensqualität

6 Nebenwirkungen

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