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Alzheimer-Krankheit

(Weitergeleitet von Morbus Alzheimer)

nach Alois Alzheimer (1864 bis 1915), deutscher Neurologe
Synonym: präsenile Demenz (veraltet), Demenz vom Alzheimer-Typ
Englisch: alzheimer's disease

1 Definition

Als Alzheimer-Krankheit oder Morbus Alzheimer bezeichnet man eine auf einer multifaktoriellen Vererblichkeit basierende, üblicherweise zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auftretende, progressive Atrophie der Großhirnrinde (Cortex cerebri).

2 Epidemiologie

Frauen sind von der Alzheimer-Krankheit häufiger betroffen als Männer. Die durchschnittliche Krankheitsdauer bis zum Tod beträgt etwa acht Jahre.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache der Alzheimer-Krankheit ist zur Zeit (2014) unbekannt. Es handelt es sich um eine primär degenerative Demenz mit einer diffusen Atrophie der Hirnrinde (im späteren Verlauf auch des Marklagers). Die Gehirnschrumpfung kann bis zu 20% betragen.

3.1 Histopathologie

Mikroskopisch lassen sich intrazelluläre Aggregate des Tau-Proteins (Neurofibrilläre Tangles, Alzheimer-Fibrillen) sowie extrazelluläre Amyloid-Plaques und Angiopathien (Kongorot-Färbung) nachweisen. Innerhalb der Neurone sind granulovakuoläre Degenerationen nachweisbar, die Neurotransmitterausschüttung (Acetylcholin) ist vermindert.

Diese Veränderungen sind allerdings nicht spezifisch und lassen sich auch in den Gehirnen nicht-dementer Personen nachweisen.

4 Symptomatik

Die Alzheimer-Krankheit geht mit einem Abbau des Gedächtnisses sowie kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten einher. Das erste Symptom der Alzheimer-Krankheit ist eine zunehmende Störung der Merkfähigkeit und der Orientierung. Im weiteren Verlauf treten Perseverationen sowie Apraxie und Aphasie auf. Die Persönlichkeitsstruktur bleibt auch mit fortschreitender Erkrankung über einen langen Zeitraum erhalten.

Fachausdruck Klinik
Amnesie Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit
Apraxie Verlust praktischer Fähigkeiten, z.B. Ankleiden, Schuhe binden, Kaffee kochen
Sensorische Aphasie Fehlendes Sprachverständnis
Agnosie Mangelnde Interpretationsfähigkeit wahrgenommener Informationen, Überforderung beim Treffen von Entscheidungen
Motorische Aphasie Sprechstörung, unverständliche Sprache
Apathie Mangelnde Anteilnahme

5 Verlauf

Der Verlauf der Alzheimer-Krankheit ist chronisch progredient und lässt sich grob in drei Stadien einteilen:

Jedes Stadium dauert ca. drei Jahre lang an.

6 Diagnostik

Ein Diagnoseverfahren zur Früherkennung des Morbus Alzheimer ist die Software-gestütze Messung der Stoffwechselaktivität im Hippocampus mit Hilfe der Positronenemissionstomographie (PET).

7 Therapie

Bis heute (2014) ist die Alzheimer-Krankheit unheilbar. Daher bezieht sich die gängige Therapie auf die Linderung der Symptome. Einige Medikamente konnten in klinischen Studien eine Verbesserung der Symptomatik (besonders der Merkfähigkeit) zeigen, unter anderem:

Die Langzeit-Prognose des Morbus Alzheimer wird durch diese Wirkstoffe nicht verändert.

Fachgebiete: Neurologie

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