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Summer Break: vom 24.07. bis 12.08.2015 steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Summer Break

Liebe Autoren,

es ist leider wahr: Wir sind einfach an den Strand gefahren, ohne euch Bescheid zu sagen. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 24.07. bis 12.08.2015 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 13. August kann wieder herzhaft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr bald wieder kommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Venlafaxin

Handelsnamen: Efexor®, Trevilor®

1 Definition

Venlafaxin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Es gehört in die Klasse der so genannten Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).

Venlafaxin ist rezeptpflichtig.

2 Chemie

Venlafaxin ist ein bizyklisches Phenylethylamin, das strukturchemisch sowohl mit SSRI als auch mit dem Opioidanalgetikum Tramadol verwandt ist.

2.1 Strukturformel

Venlafaxin.png

3 Pharmakologie

Venlafaxin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. In geringerem Maß wird auch die Wiederaufnahme von Dopamin beeinflusst. Venlafaxin wirkt stimmungsaufhellend und antriebssteigernd.

Neuere Studien legen nahe, dass Venlafaxin auch antinozizeptive Eigenschaften besitzt. Das erklärt sich durch den schwachen, aber ausgeprägten Agonismus dieses Antidepressivums an den Opioidrezeptoren.

4 Pharmakokinetik

Venlafaxin wird nach Einnahme überwiegend hepatisch verstoffwechselt und dabei in seine pharmakologisch aktiven Metabolite O-Desmethyl-Venlafaxin und N-Desmethyl-Venlafaxin umgewandelt. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal. Die Halbwertszeit beträgt etwa 5 Stunden für Venlafaxin und rund 11 Stunden für O-Desmethyl-Venlafaxin.

Die maximale Plasmakonzentration von Venlafaxin wird bei rasch freisetzenden Arzneiformen nach etwa 2,4 Stunden erreicht, bei retardierten Formen nach etwa 6 Stunden.

5 Indikationen

Es gibt positive Berichte über den Einsatz von Venlafaxin beim ADHS und bestimmten Formen der Narkolepsie.

6 Nebenwirkungen

6.1 Psychische Nebenwirkungen

6.2 Neurologische Nebenwirkungen

6.3 Vegetative Nebenwirkungen

7 Wechselwirkungen

Mit anderen serotonerg wirksamen Präparaten (SSRI, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva) besteht die Gefahr eines potentiell lebensbedrohlichen zentralen Serotonin-Syndroms. Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Gabe mit Tramadol geboten.

8 Absetzerscheinungen/Entzugserscheinungen

Nach Absetzen von Venlafaxin kann es bis zu vier Wochen oder länger nach Behandlungsende zu Absetzsymptomen kommen. Zu ihnen zählen unter anderem:

Die im Vergleich zu anderen Antidepressiva heftiger ausgeprägten Absetzerscheinungen können zum Teil auf die Opioid-agonistische Wirkung von Venlafaxin zurückgeführt werden. Diese Symptome können - meist geringer ausgeprägt - auch bei einer Dosisreduktion auftreten.

9 Toxikologie

Die Überdosierung von Venlafaxin kann zu einer Intoxikation führen. Venlafaxin weist eine im Verhältnis zu SSRI stärkere und im Vergleich mit trizyklischen Antidepressiva geringere akute Toxizität auf. Es kommt im Falle einer Vergiftung häufiger zu Todesfällen als bei Vergiftungen durch SSRI. Zumeist handelt es sich um Mischintoxikationen mit anderen Arzneimitteln oder Alkohol. Die Symptome einer Intoxikation sind Tachykardie und z.T. auch Bradykardie, Hypotonie, Somnolenz, Schwindel, Koma, Mydriasis, Krämpfe, Übelkeit und Erbrechen.

9.1 Therapie der Vergiftung

Es existiert kein spezifisches Antidot. Es sollte eine Überwachung der Vitalparameter erfolgen. Künstliches Erbrechen sollte nur dann durchgeführt werden, wenn nicht die Gefahr einer Aspiration besteht. Weiterhin kann eine Magenspülung durchgeführt werden. Die Applikation von Aktivkohle vermindert desweiteren die Resorption des Wirkstoffs. Forcierte Diurese, Dialyse sowie Hämoperfusion sind vermutlich wirkungslos.

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