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Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Handelsnamen: Trevilor, Cymbalta, Ixel, Efectin, Yentreve
Synonyme: selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
Englisch: selective Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor (SNRI), Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor, Serotonin-norepinephrine reuptake inhibitor

1 Definition

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSNRI, sind Arzneistoffe, welche die Rückaufnahme ("reuptake") der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin in präsynaptische Neuronen hemmen. SSNRIs erhöhen so die extrazelluläre Konzentration von Serotonin und Adrenalin. Sie wirken antidepressiv und antriebssteigernd.

2 Wirkmechanismus

SSNRI entfalten sie ihre stimmungsaufhellende Wirkung durch Eingriff in den Noradrenalin- und Serotoninhaushalt des menschlichen Gehirns. Sie binden an die Transportsysteme der beiden Neurotransmitter. Dadurch wird deren Rücktransport in die präsynaptische Zelle gehemmt und der Gehalt der Neurotransmitter im freien Nervenwasser (synaptischer Spalt) - und damit deren Verfügbarkeit - steigt an.

3 Substanzen

In der EU zugelassene SSNRI sind:

4 Indikation

SSNRI sind zur Behandlung einer Major Depression und teilweise auch zur Behandlung von sozialen Phobien und in hoher Dosierung zur Behandlung von Zwangserkrankungen geeignet. Des Weiteren werden sie zur Rezidivprophylaxe depressiver Episoden eingesetzt.

5 Anwendung

Orale Verabreichung in Tablettenform.

6 Verabreichungszeitpunkt

Aufgrund der antriebssteigernden Wirkung werden SSNRI üblicherweise am Morgen oder auf zwei Dosisgaben, am Morgen und zum Mittag, verabreicht. SSNRI sollten nicht mehr nach 16:00 Uhr eingenommen werden, da diese sonst häufig Schlafstörungen verursachen.

7 Nebenwirkungen

SSNRIs weisen vergleichsweise weniger Nebenwirkungen auf als tri- oder tetrazyklische Antidepressiva. Zu den häufigeren Nebenwirkungen zählen:

7.1 Magen-Darm-Trakt

7.2 Stoffwechsel und Ernährung

7.3 Sexualität

7.4 Nervensystem/Psyche

7.5 Herz-Kreislaufsystem

7.6 Urogenitalsystem

8 Wechselwirkungen

SSNRI können in Kombination mit anderen Psychopharmaka zu teilweise unvorhersehbaren Wechselwirkungen führen. Oftmals liegen nicht ausreichend Studien vor, um eine Prognose bei jahrelanger Einnahme stellen zu können. Das Trinken von Alkohol sollte grundsätzlich bei der Einnahme von SSNRI und anderen zentral wirksamen Medikamenten bzw. Psychopharmaka, vermieden werden. Die gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern bringt das Risiko eines Serotonin-Syndroms mit sich.

8.1 Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Die Teilnahme im Straßenverkehr sollte unterlassen werden, genauso das Bedienen von Maschinen, da SSNRI das Reaktionsvermögen negativ beeinflussen können.

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