Tremor
von lateinisch: tremere - zittern
Englisch: tremor
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Als Tremor wird eine Bewegungsstörung mit unwillkürlichen, streng rhythmischen und sich wiederholenden Kontraktionen antagonistischer Muskelgruppen bezeichnet.
2 Einteilung [bearbeiten]
2.1 Nach Intensität [bearbeiten]
Nach der Intensität des Tremors bzw. der Amplitude seiner Bewegungen unterscheidet man zwischen:
- feinschlägiger Tremor
- mittelschlägiger Tremor
- grobschlägiger Tremor
2.2 Nach Frequenz [bearbeiten]
Die Frequenz des Tremors ist eng mit der Intensität verbunden, da eine hohe Frequenz eine geringe Bewegungsamplitude voraussetzt. Man teilt ein in:
- niederfrequenten Tremor
- mittelfrequenten Tremor
- hochfrequenten Tremor
2.3 Nach Krankheitswert [bearbeiten]
Weiterhin wird der physiologische Tremor vom pathologischen Tremor abgegrenzt. Physiologischer Tremor tritt z.B. bei Kälteexposition auf. Der pathologische Tremor ist ein häufiges Symptom von extrapyramidalen Störungen z.B. beim Morbus Parkinson.
Bei den pathologischen Tremorformen unterteilt man weiter in:
- Ruhetremor und
- Aktionstremor mit seinen Unterformen
- Haltetremor
- Intentionstremor
- Isometrischer Tremor
- Kinetischer Termor (Bewegungstremor)
Eine besondere Form des Ruhetremors ist der Pillendreher-Tremor.
2.4 Weitere Tremorformen [bearbeiten]
- Essentieller Tremor
- Orthostatischer Tremor
- Psychogener Tremor
- Holmes-Tremor
- Dystoner Tremor
- Titubation
- Asterixis ("flapping tremor")
- physiologischer Tremor
- gesteigerter physiologischer Tremor
- Monosynaptischer Ruhetremor
- Cerebellärer Tremor
- Gaumensegeltremor
- Medikamenten- und Toxin-induzierter Tremor
3 Diagnostik [bearbeiten]
Die Diagnostik, die zum Aufspüren einer Tremorursache betrieben werden muss, ist in der Regel aufwändig. Die allgemeine neurologische Untersuchung erfasst zunächst Erscheinungsform, Lokalisierung und Stärke des Tremors und versucht weitere neurologische Auffälligkeiten aufzuspüren, z.B. Sensibilitätsstörungen oder Paresen. Die elektrische Muskelaktivität und die Frequenz des Tremors wird mit Hilfe der Elektromyografie erfasst. Die Tremorfrequenz kann Hinweise auf eine mögliche Ursache des Tremors zulassen.
In Abhängigkeit von der Verdachtsdiagnose können zahlreiche weitere diagnostische Verfahren einbezogen werden, unter anderem:
4 Therapie [bearbeiten]
Die Therapie des Tremors richtet sich nach der auslösenden Ursache. Ein essentieller Tremor kann mit Antikonvulsiva oder Betablockern reduziert werden. Bei fokalen dystonen Tremorformen können Injektionen von Botulinumtoxin eine vorübergehende Erleichterung bringen.
Schwere Tremorformen werden in geeigneten Fällen durch Deaktivierung der auslösenden Hirnareale mittels einer stereotaktischen Operation oder durch einen Hirnschrittmacher therapiert.
5 Literatur [bearbeiten]
Deuschl G et al. The pathophysiology of tremor. Muscle Nerve. 2001 Jun; 24(6):716-35.
Tags: GK2, Gesundheitsstörung, Muskel, Tremor, Zittern
Fachgebiete: Neurologie
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