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Ethanol

Synonyme: Äthanol, Ethylalkohol, Trinkalkohol, Spiritus aethylicus; umgangssprachlich "Alkohol"
Englisch: ethanol

1 Definition

Als Ethanol oder auch Spiritus bezeichnet man den durch Oxidation von Ethan entstehenden Alkohol

2 Chemie

Die Summenformel von Ethanol ist CH3CH2OH bzw. C2H5OH. Die Strukturformel ist unten abgebildet.

Ethanol.png

3 Hintergrund

Ethanol wird natürlich durch alkoholische Gärung aus Glucose oder synthetisch durch Hydrierung von Ethen gewonnen; es ist eine stark hygroskopische, polare und flüchtige Flüssigkeit und leicht brennbar.

4 Pharmakokinetik

Alkohol wird schnell aus dem Magen und dem oberen Dünndarm resorbiert und in der Leber enzymatisch über Acetaldehyd in Essigsäure (Acetat) umgewandelt. Dieser Ethanolabbau erfolgt linear mit eine Geschwindigkeit von ungefähr 7 - 10 g pro Stunde, da er durch die erforderliche Nachlieferung des Coenzyms NAD+ für das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) limitiert ist.

5 Pharmakologische Wirkungen

Der Konsum von Ethanol erweitert die Blutgefäße (Vasodilatation), weshalb ein Wärmegefühl entsteht, obwohl die Körpertemperatur eher absinkt.

6 Medizinische Verwendung

Ethanol kommt in der diagnostischen Medizin beispielsweise zur Entwässerung von Geweben zum Einsatz, in der Therapie findet es als Mittel zur Gefäßverödung oder als Zusatz zu Medikamenten Verwendung. Weiterhin wird Ethanol als Antidot bei einer Methanolintoxikation angewandt. Ethanol als 70%ige wässrige Lösung wirkt keimtötend und dient als Desinfektionsmittel.

7 Toxizität

Die toxische Wirkung des Ethanols geht vor allem vom Acetaldehyd aus, das beim enzymatischen Abbau entsteht. Die letale Ethanolkonzentration liegt in etwa bei 4 Promille (4 mg/ml im Blut). Eine Giftwirkung äußert sich in zunehmender Euphorie, Enthemmung, Desorientierung, Sprachstörung sowie verminderter Urteilskraft. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur Bewusstlosigkeit und zum Koma.

Eine Zufuhr von ungefähr 60 g Ethanol pro Tag über einen längeren Zeitraum kann zu einer Abhängigkeit (Alkoholismus) führen. Langzeitschäden betreffen vor allen die Leber und das Nervensystem. Ethanol kann darüber hinaus zur Krebsentstehung beitragen. Deshalb gilt er als Kokarzinogen.

Tags:

Fachgebiete: Biochemie, Chemie, Toxikologie

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