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Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

(Weitergeleitet von SSRI)

Synonym: selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren, SSRI
Englisch: selective serotonin reuptake inhibitors

1 Definition

Die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, kurz SSRI, sind eine Wirkstoffgruppe der Antidepressiva. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind:

2 Indikation

Eine Therapie mit SSRI ist vor allem bei Depressionen, Zwangs- und Angststörungen indiziert. Aber auch bei der Behandlung von Bulimie können sie eingesetzt werden. In neuester Zeit wird Trazodon auch bei vorzeitigem Samenerguss verschrieben.

3 Wirkungsweise

SSRI blockieren Serotonin-Transportproteine im ZNS, die für die Wiederaufnahme des Serotonins in die Präsynapse verantwortlich sind. Dort verhindern sie, dass Serotonin aus dem synaptischen Spalt wieder aufgenommen wird. So wird die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt erhöht. Falls ein Serotonin-Mangel für eine Depression tatsächlich verantwortlich ist, kann die SSRI-Behandlung dem Serotonin-Mangel entgegenwirken.

4 Nebenwirkungen

Im Vergleich zu anderen Antidepressiva haben SSRI weniger Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen sind sehr patienten- und SSRI-Mittel-spezifisch. Zu Beginn der Behandlung kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Unruhe, Schlafstörung und Problemen mit der Verdauung kommen.

SSRI können irreversible Sexualdysfunktionen (z.B. Anorgasmie, erektile Dysfunktion) auslösen. Siehe auch: SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion

In Großbritannien (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency, MHRA) und USA (Food and Drug Administration, FDA) haben die Regulierungsbehörden Warnungen vor erhöhter Suizidalität, Suizidgefahr und Aggression bei der Verwendung von SSRI bei Kindern und Jugendlichen ausgegeben.

Bei einer langfristigen Behandlung kann durch die Wirkung von Serotonin auf Osteoklasten und Osteoblasten das Risiko für eine Osteoporose steigen.

5 Wechselwirkungen

SSRI sollten nie gemeinsam mit Migräne-Medikamenten aus der Gruppe der Triptane eingenommen werden, da beide Medikamente eine ähnliche Wirkung haben und es zu dem lebensgefährlichen Serotonin-Syndrom kommen kann. Auch die serotonerg wirksamen Opioidanalgetika Tramadol und Tapentadol erhöhen das Risiko eines Serotonin-Syndroms. Die gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern erhöht das Risiko eines Serotonin-Syndroms ebenfalls um ein Vielfaches.

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