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Aciclovir

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Aciclovir ist ein Virostatikum mit Wirksamkeit gegen Herpesviren.

2 Eigenschaften [bearbeiten]

Aciclovir ist ein Nucleosid-Analogon, die speziell gegen Herpesviren gerichtet ist. Es wird zur Behandlung von Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus und dem Varizella-zoster-Virus eingesetzt.

Aciclovir leitet sich von Guanosin ab, hat aber im Gegensatz zu Guanosin kein zyklisches "Anhängsel" (Ribose).

3 Wirkungsmechanismus [bearbeiten]

Um antiviral zu wirken, muss Aciclovir in die Triphosphat-Form überführt werden. Die erste Phosphorylierung erfolgt selektiv in virusinfizierten Zellen durch die viruscodierte Thymidinkinase, die weiteren Phosphorylierungen durch körpereigene (humane) Enzyme.

In nicht-infizierten Zellen fehlt die spezielle viruscodierte Thymidinkinase und die Aktivierung des Aciclovir ist viel unwahrscheinlicher.

Aciclovir wird in der Wirkform anstelle von Guaninnukleotid in die DNA des Virus eingebaut. Da jedoch die Ribose fehlt, können keine weiteren Nucleotide an den Strang synthetisiert werden - es resultiert ein Kettenabbruch. Weiterhin bleibt die viruseigene DNA-Polymerase am Aciclovir fixiert und steht für weitere DNA-Synthesen im Rahmen der Virusreplikation nicht mehr zur Verfügung.

4 Applikation & Pharmakokinetik [bearbeiten]

Aciclovir kann systemisch und lokal appliziert werden. Bei der systemischen Applikationsweise ist die intravenöse Gabe vorzuziehen, da die Bioverfügbarkeit bei peroraler Gabe nur ca. 25% beträgt. Für die orale Gabe ist Valaciclovir, der besser bioverfügbare Ester des Aciclovirs, vorzuziehen. Eine lokale Applikation erfolgt v.a. in Form von Salben und Cremes beim Lippenherpes.

Die Eliminationshalbwertszeit von Aciclovir beträgt durchschnittlich 2,5 Stunden, die Substanz wird in unveränderter Form fast ausschliesslich renal eliminiert.

5 Indikationen [bearbeiten]

Aciclovir ist bei schweren Verläufen einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (z.B. Herpesenzephalitis) anzuwenden, insbesondere auch dann, wenn ein schwerer Verlauf aufgrund einer Immunsuppression zu erwarten ist.

Weiterhin kann Aciclovir die Krankheitsdauer bei Reaktivierungserkrankungen wie dem Herpes zoster verkürzen und die Komplikationsrate verringern.

Die Anwendung von Aciclovir-Creme erfolgt häufig beim Lippenherpes.

6 Nebenwirkungen [bearbeiten]

Nebenwirkungen sind beim Aciclovir in der Regel selten. Beobachtet werden:

Ein Paravasat sollte möglichst vermieden werden, da Aciclovir gewebeschädigende Eigenschaften hat.

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Okan Ekinci schreibt seit dem 22.11.2005 im Flexikon, hat bereits 78 neue Artikel publiziert und 104 Artikeldetails verbessert.

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