Virostatikum
Synonym: Virustatikum
Englisch: virostatic agent
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Als Virostatika bezeichnet man die Gruppe von Medikamenten, die in den Vermehrungs- oder Freisetzungsprozess von Viren hemmend eingreift und damit zur Therapie oder Prävention von viralen Erkrankungen verwendet werden kann.
2 Hintergrund [bearbeiten]
Im Gegensatz zu Bakterien haben Viren keinen eigenen Stoffwechsel, in den man antibiotisch eingreifen könnte. Das erschwert die Behandlung von Viruserkrankungen. Da es zur Zeit (2012) nicht möglich ist, bereits in die Wirtszelle eingeschleuste Virus-RNA oder -DNA zu entfernen, fokussieren sich die therapeutischen Ansatzpunkte vor allem darauf, die Vervielfältigung des Virusgenoms zu verhindern.
Wie gegen Antibiotika können auch gegen Virostatika Resistenzen auftreten.
3 Wirkmechanismen [bearbeiten]
Virostatika können an verschiedenen Vorgängen innerhalb des viralen Zyklus eingreifen:
- Hemmung der Bindung des Virus an die Wirtszelle
- Experimentelle Anwendung von Antikörpern
- Hemmung des Uncoating (M2-Ionenkanal)
- Hemmung der Polymerasen
- Nukleosid-Analoga
- Anwendung gegen HI-Viren (Reverse Transkriptase)
- Anwendung gegen Herpesviridae (DNA-Polymerase)
- Anwendung gegen andere Viren (Hemmung der RNA-Polymerase)
- Pyrophosphat-Analoga
- Nichtnukleosidische Polymerase-Hemmer
- Nukleosid-Analoga
- Hemmung viraler Reifungsenzyme
- Anwendung gegen HI-Viren (Hemmung der HIV-Protease)
- Anwendung gegen Influenza-Viren (Hemmung der Neuraminidase)
- Hemmung der Integrase
- Weitere nichtvirusspezifische Medikamente
4 Übersicht der Virostatika [bearbeiten]
Tags: Viren
Fachgebiete: Mikrobiologie, Virologie
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