Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Amantadin

1 Definition

Amantadin ist ein Arzneistoff, der als Virostatikum bei Influenza A und zur medikamentösen Therapie des Parkinson-Syndroms eingesetzt wird.

2 Chemie

Die chemische Bezeichnung (IUPAC-Name) von Amantadin ist 1-Tricyclo[3.3.1.13,7]decylamin. Die Summenformel des Stoffes lautet C10H17N. Die molekulare Masse (Molekulargewicht) beträgt: 151,25 g·mol-1.

Amantadin ist ein Derivat des Adamantan.

2.1 Strukturformel

Amantadin.png

3 Wirkmechanismus

3.1 ...beim Parkinson-Syndrom

Der Wirkmechanismus von Amantadin beim Parkinson-Syndrom ist noch nicht vollständig geklärt. Amantadin hemmt wahrscheinlich den NMDA-Rezeptor und reduziert dadurch die Überaktivität glutaminerger striataler Interneurone. Darüber hinaus wirkt Amantadin indirekt agonistisch auf Dopamin-Rezeptoren im Striatum. Hier soll es zu einer gesteigerten Dopaminfreisetzung, sowie zu einer Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme in die präsynaptischen Nervenzellen kommen. Klinisch macht sich der Effekt von Amantadin durch eine Reduktion der Parkinsonsymptone bemerkbar, vor allem des Tremors und der Akinese.

3.2 ...bei Influenza A

Amantadin ist wie Rimantadin ein M2-Membranproteinhemmer. M2-Hemmer blockieren den M2-Ionenkanal, was das Uncoating und damit die Übernahme der Wirtszelle durch das Influenza-A-Virus verhindert. Sie binden an die Transmembrandomäne des M2-Proteins und blockieren den Kanal sterisch. Durch Mutation des M2-Gens kann das Virus jedoch eine Resistenz gegen Amantadin entwickeln.

Gegen Influenza-B-Viren ist Amantadin wirkungslos.

4 Nebenwirkungen

Amantadin verursacht in erster Linie Nebenwirkungen im Gastrointestinaltrakt und im ZNS, z.B.:

5 Kontraindikationen

Fachgebiete: Pharmakologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

23 Wertungen (2.43 ø)
Teilen

83.641 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: