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Schmerztherapie

Englisch: pain therapy, pain management

1 Definition

Als Schmerztherapie bezeichnet man alle Behandlungsmaßnahmen, die auf die Beseitigung akuter oder chronischer Schmerzen gerichtet sind. Die Schmerztherapie ist ein Teilbereich der Algesiologie.

Ärzte, die sich auf Schmerztherapie bzw. die Behandlung der Schmerzkrankheit spezialisiert haben, tragen in Deutschland die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie".

2 Hintergrund

Die Therapie akuter Schmerzen ist eine ärztliche Basismaßnahme, die in fast allen Teilbereichen der praktizierenden Medizin zur Anwendung kommt. Die Therapie chronischer Schmerzen ist in der Regel komplexer und hat deshalb zur Einrichtung von speziellen Schmerzkliniken bzw. Schmerzambulanzen geführt.

3 Maßnahmen

Die Schmerztherapie kann auf eine Vielzahl invasiver und nichtinvasiver Maßnahmen zugreifen. Dabei steht zunächst die Beseitigung der Schmerzursache im Vordergrund, sofern sie identifizierbar ist.

4 WHO-Stufenschema

Das so genannte WHO-Stufenschema umfasst vier Stufen der analgetischen Therapie:

 Stufe  Medikamente
 Stufe 1 Nicht-opioides Analgetikum, ggf. in Kombination mit Adjuvanzien, z.B. Metamizol, Paracetamol, NSAR
 Stufe 2 Schwaches Opioid, ggf. in Kombination mit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien, z.B. Tramadol, Tilidin
 Stufe 3 Starkes Opioid, ggf. in Kombination mit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien, z.B. Morphin, Methadon
 Stufe 4 Invasive Techniken: rückenmarksnahe Anlagetikagabe (peridural, spinal), periphere Lokalanästhesien, Neurolysen, Ganglienblockaden

Auf jeder Stufe können bedarfsadaptiert unterstützende Massnahmen wie Physiotherapie, Balneotherapie etc. und eine geeignete Komedikation (Antidepressiva, Antiepileptika, Neuroleptika, Glukokortikoide oder Bisphosphonate) eingesetzt werden.

5 Schmerzmanagement in der Pflege

Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) fordert im "Expertenstandard Schmerzmanagement", dass "jeder Patient/ Betroffene mit akuten oder tumorbedingten chronischen Schmerzen sowie zu erwartenden Schmerzen ein angemessenes Schmerzmanagement erhält, das dem Entstehen von Schmerzen vorbeugt, sie auf ein erträgliches Maß reduziert oder beseitigt."[1]

Struktur Prozess Ergebnis
Die Pflegefachkraft

S1a - verfügt über aktuelles Wissen zur systematischen Schmerz­einschätzung.
Die Einrichtung
S1b - stellt aktuelle zielgruppen­spezifische Einschätzungs­instrumente und Dokumentations­materialien zur Verfügung.

Die Pflegefachkraft

P1 - erhebt zu Beginn des pflegerischen Auftrags mittels eines initialen Assess­ments, ob der Patient/ Bewohner zu erwartende Schmerzen, Schmerzen oder schmerz­bedingte Probleme hat. Ist dies nicht der Fall, wird die Ein­schätzung in individuell fest­zu­legenden Zeitab­ständen wiederholt.
- führt bei festgestellten Schmerzen, zu erwartenden Schmerzen oder schmerz­bedingten Problemen ein differen­ziertes Schmerz­assessment mittels geeigneter Instru­mente durch.
- wiederholt die Einschätz­ung der Schmerzen sowie der schmerz­bedingten Probleme in Ruhe und bei Belastung oder Bewegung in individuell festzu­legenden Zeitabständen.

E1 Eine aktuelle, systematische und zielgruppen­spezifische Schmerz­einschätzung und Verlaufs­kontrolle liegen vor.
Die Pflegefachkraft

S2a - verfügt über aktuelles Wissen zur medikamentösen Schmerz­behandlung.
Die Einrichtung
S2b - verfügt über eine interprofes­sionell geltende Verfahrens­regelung zur medikamentösen Schmerz­behandlung.

P2 - setzt spätestens bei einer Ruheschmerz­intensität von mehr als 3/10 oder einer Belastungs-/ Bewegungsschmerz­intensität von mehr als 5/10 analog der Numerischen Rangskala (NRS) die ärztliche Anord­nung zur Einleitung oder Anpas­sung der Schmerz­behandlung nach dem patienten-/ bewohner­bezogenen inter­profes­sionellen Behandlungsplan um.

- überprüft den Behandlungs­erfolg in den Zeitabständen, die dem eingesetzten Analgesie­verfahren entsprechen.
- sorgt dafür, dass bei zu erwartenden Schmerzen präventiv ein adäquates Analgesie­verfahren erfolgt.

E2 Der Patient/ Bewohner ist schmerzfrei bzw. hat Schmerzen von nicht mehr als 3/10 in Ruhe bzw. 5/10 unter Belastung oder Bewegung analog der Numerischen Rangskala (NRS).
Die Pflegefachkraft

S3 - verfügt über aktuelles Wissen zu schmerzmittel­bedingten Neben­wirkungen, deren Prophylaxe und Behandlungs­möglichkeiten.

P3 - erfasst und dokumentiert schmerzmittel­bedingte Neben­wirkungen und führt in Absprache mit dem zuständigen Arzt Maß­nahmen zu ihrer Prophylaxe und Behandlung durch. E3 Eine aktuelle Dokumentation schmerzmittel­bedingter Neben­wirkungen liegt vor. Schmerz­mittel­bedingte Neben­wirkungen wurden verhindert bzw. erfolgreich behandelt.
Die Pflegefachkraft

S4a - verfügt über zielgruppen­spezifisches, aktuelles Wissen zu nicht-medikamentösen Maßnahmen der Schmerz­linderung sowie deren möglichen Kontra­indikationen.
Die Einrichtung
S4b - stellt sicher, dass nicht-medika­men­töse Maß­nahmen umgesetzt werden können.

P4 - bietet in Absprache mit den be­teiligten Berufs­gruppen dem Patienten/ Bewohner und seinen Angehörigen als Ergänzung zur medikamentösen Schmerz­therapie nicht-medikamentöse Maßnahmen an und überprüft ihre Wirkung. E4 Die angewandten Maßnahmen haben sich positiv auf die Schmerz­situation oder die Eigenaktivität des Patienten/ Bewohners ausgewirkt.
Die Pflegefachkraft

S5a - verfügt über die notwendigen Schulungs­kompetenzen in Bezug auf Schmerz und schmerz­bedingte Probleme für Patienten/ Bewohner und Angehörige.
Die Einrichtung
S5b - stellt die erforder­lichen Informa­tions-, An­leitungs- und Schulungs­unterlagen zur Verfügung.

P5 - gewährleistet eine zielgruppen­spezifische Information, Anleitung und Schulung für den Patienten/ Bewohner und seine Angehörigen. E5 Der Patient/ Bewohner und ggf. seine Angehörigen sind über die Bedeutung systematischer Schmerz­einschätzung informiert, können Schmerzen mitteilen und sind befähigt, situations­gerechte Maßnahmen zu ihrer Beeinflussung anzuwenden.

6 Quellen

  1. Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen (PDF, 1. Aktualisierung 2011)].

7 Leitlinien

Gast
Schmerzen sind mit Canabisprodukten und Opiaten oder Morphinen gut zu behandeln. Morphine und Opiate müssen dann nicht zwangsläufig von der Dosis erhöht werden. BTM Verordnung von Sativex FA. Allmirall oder Marinol . Die Vergabe der Orginalblüte ist über die Bundesopiumstelle Bonn zu beantragen. Weitere Einsatzgebiete: Krebs,AIDS,(wasting syndrom) Übelkeit, Nervenschmerzen ,Polyneurophatie, Torret, Depression und MS ect.
#1 am 26.10.2012 von Gast (Nichtmedizinische Berufe)

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