Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bisphosphonat

1 Definition

Bisphosphonate sind Medikamente zur Behandlung der Osteoporose. Sie sind in Deutschland zur Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und weiteren Indikationen zugelassen.

2 Wirkmechanismus

Bisphosphonate haben eine hohe Affinität zur Knochenoberfläche, insbesondere im Bereich der so genannten Resorptionslakunen. Sie hemmen die Osteoklasten und führen dadurch zu einer verminderten Knochenresorption. Bisphosphonate werden in die mineralisierte Knochenmatrix eingelagert und bei einer späteren Knochenresorption kontinuierlich wieder freigesetzt.

3 Wirkstoffe

Bisphosphonate sind Pyrophosphat-Analoga, bei denen der Sauerstoff der P-O-P Bindung durch Kohlenstoff ersetzt wird. Dadurch unterliegen sie im Körper keiner enzymatischen Hydrolyse. Bevor man ihre therapeutische Wirkung bei Osteoporose entdeckte, wurden Bisphosphonate unter anderem als Waschmittelzusätze verwendet. Durch Modifikationen der Molekülstruktur wurden ihre therapeutischen Eigenschaften schrittweise verbessert. Zu den neueren Substanzen zählen die so genannten Aminobisphosphonate. In Deutschland sind folgende Bisphosphonate zugelassen:

4 Pharmakokinetik

Bisphosphonate werden im Darm schlecht resorbiert und bilden mit Kalzium unlösliche Komplexe. Die Resorptionsquote nach oraler Einnahme liegt zwischen 1% und 10% der eingenommenen Dosis, teilweise ist sie noch geringer. Die Einnahmevorschriften müssen daher genau eingehalten werden. Bisphosphonate sollten morgens nüchtern mindestens 30 Minuten vor weiterer Nahrungsaufnahme oder anderen Medikamenten mit einem vollen Glas Wasser eingenommen werden.

Etwa 20-50% der resorbierten Menge wird im Knochen gespeichert. Der Rest wird innerhalb von 24 Stunden mit dem Urin oder Stuhl ausgeschieden. Die Halbwertszeit der Bisphosphonate im Skelett beträgt viele Jahre, ähnlich wie bei Tetrazyklinen oder Strontium.

5 Nebenwirkungen

Bisphosphonate sind zwar in der Regel gut verträglich, aber nicht nebenwirkungfrei. Bei oraler Gabe treten bei 2-10% der Patienten gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auf. Durch aufrechte Haltung während der Einnahme kann ein Rückfluss in die Speiseröhre und damit gastrointestinale Störungen vermieden werden. Durch Komplexbildung mit Kalziumionen im Darm können gelegentlich Hypokalzämien vorkommen. Außerdem besteht die Gefahr von Osteonekrosen im Kieferbereich (sog. aseptische Knochennekrose). In Schwangerschaft und Stillzeit sind Bisphosphonate kontraindiziert.

Fachgebiete: Pharmakologie

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