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Alendronsäure

(Weitergeleitet von Alendronat)

Handelsname: Fosamax®
Synonym: Alendronat
Englisch: alendronate

1 Definition

Alendronsäure ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate, der zur Prophylaxe und Therapie der Osteoporose eingesetzt wird.

2 Chemie

Pharmakologisch nutzbar ist das Mononatriumsalz der Alendronsäure (= Natriumalendronat). Der chemische Name lautet: (4-Amino-1-hydroxybutyliden)diphosphonsäure. Das organische Molekül besitzt die Summenformel C4H13NO7P2 und folgende Strukturformel:

Bei Zimmertemperatur liegt die Verbindung als Feststoff vor und der Schmelzpunkt liegt bei etwa 234 °C. Die molare Masse beträgt 249,1 g/mol.

3 Wirkung

Die Alendronsäure wirkt nach dem gleichen Prinzip wie alle anderen Bisphosphonate. Durch ihre strukturelle Ähnlichkeit zu Pyrophosphat wird sie schnell in die Knochensubstanz eingebaut, wo sie sich insbesondere in den Osteoklasten anreichert. Letztere werden durch den Wirkstoff in ihrer osteolytischen Tätigkeit gehemmt. Die Hemmung erfolgt durch Einschleusung von toxischen ATP-Analoga in die Osteoklasten durch die Alendronsäure. Infolgedessen wird die intrazelluläre Farnesylpyrophosphat-Synthase der Oseoklasten gehemmt, wodurch die Produktion sämtlicher für das Zellwachstum notwendigen Signalpeptide unterbleibt. Die Osteoklasten verlieren dadurch ihre biologische Funktion.

4 Pharmakokinetik

Wie bei anderen Bisphosphonaten wird der Wirkstoff intestinal nur in geringem Umfang resorbiert. Etwa 50 % des aufgenommenen Wirkstoffes wird in den Knochen eingebaut, die andere Hälfte wird innerhalb von 6 Stunden nahezu vollständig unverändert über die Niere eliminiert. Vermutlich wird das in die Knochensubstanz eingebaute Präparat mit einer Halbwertszeit von etwa 10 Jahren ausgeschieden. Bei Niereninsuffizienz kann es dagegen zu einer massiven Speicherung von Alendronsäure kommen.

5 Indikationen

Alendronsäure ist zur Therapie der postmenopausalen Osteoporose zugelassen, um das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen zu vermindern. In klinischen Studien konnte bei Gabe von Alendronat ein positiver Effekt auf die Knochendichte und eine Senkung des Frakturrisikos nachgewiesen werden.
Daneben wird das Präparat in den USA auch bei Morbus Paget verordnet; allerdings ruft Alendronsäure hier in der empfohlenen Konzentration von etwa 40 mg pro Tag relativ häufig unerwünschte Wirkungen hervor.

6 Gegenanzeigen

Alendronsäure darf wie andere Bisphosphonate nicht bei Niereninsuffizienz und bei akuten Infektionen im Bereich des Verdauungstraktes eingesetzt werden. Auch andere Erkrankungen besonders im Bereich des oberen Gastrointestinaltraktes bilden Gegenanzeigen für die Gabe von Alendronsäure.
Aufgrund fehlender Daten zur Wirkung in Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit sollten schwangere oder stillende Frauen sowie Kinder das Präparat nicht einnehmen.

7 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Alendronsäure sind vielfältig und treten besonders im Bereich von Magen-Darm-Trakt und muskuloskelettalem System auf. Im Folgenden sind die häufigsten Nebenwirkungen aufgeführt:

8 Applikation

Alendronsäure ist verschreibungspflichtig und wird einmal wöchentlich in Form einer Tablette (Alendronatmenge 70 mg) gegeben. Da der Wirkstoff mit Kalzium unlösliche Komplexe bildet, ist es nötig, das Medikament mindestens dreißig Minuten vor Nahrungsaufnahme, am besten morgens, mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen. Daneben wird aufgrund der unerwünschten Wirkungen auf den Ösophagus empfohlen, das Präparat im Sitzen einzunehmen und im Anschluss etwa 30 Minuten aufrecht sitzen zu bleiben.

Fachgebiete: Pharmakologie

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