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Somatogene Depression

1 Definition

Eine somatogene Depression ist eine Form der Depression, die als Folge einer körperlichen Grunderkrankung auftritt.

2 Epidemiologie

Epidemiologische Daten sind nicht bekannt, da die somatogene Depression im Rahmen von zahlreichen Grunderkrankungen auftreten kann.

3 Ätiopathogenese

Die Ätiopathogenese ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass die somatogene Depression entweder reaktiv entsteht und/ oder durch eine strukturelle Läsion im Bereich des ZNS bedingt ist, was auch als organische Depression bezeichnet wird.

3.1 Neurologie

Neurologische Erkrankungen sind die häufigsten Ursachen für eine somatogene Depression. Dazu zählen unter anderem Hirntumoren, die funikuläre Myelose, eine Chorea Huntington, der Morbus Parkinson, die Arteriitis temporalis, eine Enzephalitis und die Multiple Sklerose.

3.2 Nephrologie

Eine chronische Nephritis kann Ursache einer somatogenen Depression sein.

3.3 Gynäkologie

Das prämenstruelle Syndrom sowie das Klimakterium können zur somatogenen Depression führen.

3.4 Endokrinologie

Der Morbus Cushing, das Phäochromozytom, der Morbus Addison, die Akromegalie, eine Hypothyreose und eine Hyperthyreose können Ursache einer somatogenen Depression sein.

3.5 Gastroenterologie

Mögliche gastroenterologische Ursachen der somatogenen Depression sind die Sprue, der Morbus Meulengracht, die Leberzirrhose und die Encephalopathia pancreatica.

3.6 Toxikologie

Alkoholabusus und eine Intoxikation mit Quecksilber oder Kohlenmonoxid können ebenfalls typische Symptome hervorrufen.

3.7 Infektionen

Ursache einer somatogenen Depression können ebenfalls eine Toxoplasmose, eine Mononukleose, eine Borreliose, TBC, Lues und AIDS sein.

4 Klinik

Die somatogene Depression imponiert durch ein depressives Syndrom mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verlust von Interessen, Niedergeschlagenheit und einem Gefühl der Erschöpfung.

Hinzu kommen die Symptome der Grunderkrankung, die durch andere körperliche Symptome ergänzt werden können.

5 Diagnostik

Grundlegend sind die Anamnese und die Erhebung des psychopathologischen Befunds. Häufig werden Fragebögen genutzt. Eine körperliche Untersuchung sollte angeschlossen werden.

6 Therapie

Obligat ist die Behandlung der Grunderkrankung. Zusätzlich erfolgt eine pharmakologische Therapie mit Antidepressiva. Dabei werden bevorzugt SSRI (z.B. Sertralin oder Fluoxetin), seltener trizyklische Antidepressiva, genutzt.

Ergänzend sollten psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden.

7 Prognose

Die Prognose ist von der Grunderkrankung abhängig. Wenn sich die Grunderkrankung gut behandeln lässt, ist die Prognose häufig gut. Bei schweren, nicht heilbaren Grunderkrankungen zeigt sich meistens ein chronischer Verlauf.

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