Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Haloperidol

Handelsnamen: Haldol ®, Serenase®
Latein: Haloperidolum
Englisch: haloperidol

1 Definition

Haloperidol ist ein Arzneistoff, der zu den typischen Neuroleptika aus der Gruppe der Butyrophenone gehört.

2 Chemie

Die chemische Bezeichnung für Haloperidol ist 4-[4-(4-Chlorphenyl)-4-hydroxypiperidino]-4-fluorbutyrophenon. Die Summenformel lautet C21H23ClFNO2.

3 Geschichte

Haloperidol wurde 1958 erstmals vom belgischen Pharmaunternehmer Paul Janssen synthetisiert und 1959 in Belgien als Medikament zugelassen.

4 Indikation

Haloperidol wird zur Behandlung akuter und chronischer Psychosen eingesetzt. Außerdem wird es zur Therapie von Schizophrenie und Manien verschrieben. In manchen Fällen wird es zur Behandlung von Tic-Störungen verwendet.

Haloperidol wirkt auch als Antiemetikum und wird als solches vor allem in der Schmerztherapie gegen Opioid-induzierte Übelkeit bzw. Opioid-induziertes Erbrechen eingesetzt.

Parenterales Haloperidol ist weiterhin ein häufig eingesetztes Medikament in der Notfallpsychiatrie und wird oft zusammen mit einem Benzodiazepin wie Lorazepam i.m. appliziert. Es ist darüber hinaus effektiv gegen die Intoxikation mit psychedelischen Substanzen wie LSD, Mescalin oder Psilocybin.

5 Wirkung

Haloperidol blockiert im ZNS die Dopamin-Rezeptoren D1, D2, D3 und D4. Dadurch wird die Wirkung von Dopamin als Überträger von Reizen gemildert und die, durch die Psychose ausgelösten Symptome, gelindert.

6 Nebenwirkungen

Haloperidol hat eine Vielzahl von Nebenwirkungen auf das ZNS aber auch auf die Motorik. Es kommt nach dem Beginn der Therapie häufig zu Müdigkeit und Krämpfen im Kopf-, Hals- und Rachenbereich. Nach längerer Einnahme kann es zu Muskelsteifheit, Bewegungsarmut und Unruhe kommen. Seltener wirkt sich Haloperidol auf die Regulation des Blutdruckes aus. In sehr seltenen Fällen kommt es zum lebensbedrohlichen, neuroleptischem Syndrom, einem Ileus oder Kreislaufversagen.

Gegen Dyskinesien, die Haloperidol besonders in hohen Dosen und über längere Zeit verabreicht auslösen kann, kommt Biperiden zum Einsatz.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

29 Wertungen (3.72 ø)

124.192 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: