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Intramuskuläre Injektion

Synonym: i.m.-Injektion
Englisch: intramuscular injection

1 Definition

Unter einer intramuskulären Injektion versteht man die Injektion in einen Muskel, beispielsweise den Musculus gluteus medius oder den Musculus deltoideus.

2 Injektionstechniken

Entgegen alter Lehrmeinungen sollte der Musculus gluteus maximus aufgrund der Verletzungsgefahr des unter ihm verlaufenden Nervus ischiadicus nicht punktiert werden. Unabhängig von der gewählten Technik sollte vor der Injektion immer eine Aspiration erfolgen. Dabei wird der Spritzenstempel kurz zurückgezogen, um sicher zu stellen, dass mit der Kanüle kein Blutgefäß getroffen wurde. Dies könnte zu einem zu schnellen Anfluten des Wirkstoffes oder zu einer Hämatombildung im Muskel führen.

Eine Ausnahme bildet die i.m.-Injektion von Impfstoffen. Hier empfiehlt das RKI, zur Stress- und Schmerzreduktion auf die Aspiration zu verzichten.[1]

2.1 Glutealregion

Zur Injektion in den Musculus gluteus medius kommen zwei Techniken in Betracht:

2.2 Oberschenkel

2.3 Oberarm

Eine Alternative zu den oben beschriebenen Techniken stellt die intramuskuläre Injektion in den Musculus deltoideus dar, die in der Regel am sitzenden oder stehenden (cave!) Patienten durchgeführt wird. Der Injektionsort ist die Hauptmasse des Musculus deltoideus. Die Injektionsnadel wird senkrecht zur Hautoberfläche, etwa drei QF unterhalb des Acromions eingestochen.

Auf Grund der geringen Muskelmasse eignet sich die intramuskuläre Injektion in den Musculus deltoideus nur für kleinere Injektionsvolumina (< 2 ml), z.B. im Rahmen von Impfungen.

3 Kanülen

Die Wahl der Kanülenlänge ist abhängig vom gewählten Injektionsort. Es werden Kanülen mit einer Länge von 25 bis 70 mm verwendet. Eine zu kurze Kanüle kann - insbesondere bei adipösen Patienten - zu einer Fehlinjektion in das subkutane Fettgewebe führen, was die Wirkstoffanflutung verändert und Fettgewebsatrophien auslösen kann. Beim zu tiefen Einstechen mit einer langen Kanüle kann sich die Spitze der Kanüle durch Knochenkontakt deformieren, was beim Zurückziehen zu unnötigen Gewebszerreißungen im Stichkanal führt.

4 Komplikationen

Eine sachgerecht durchgeführte intramuskuläre Injektion verläuft in der Regel komplikationslos. Zu den möglichen Komplikationen zählen:

Bei wiederholten Injektionen kann es ferner zu einer Muskelfibrose und/oder Verkalkungen im Muskel- oder Fettgewebe kommen.

5 Kontraindikation

6 Rechtliche Aspekte

Die intramuskuläre Injektion ist eine ärztliche Tätigkeit, die vom Arzt nach vorheriger Überprüfung der jeweiligen Fachkenntnis an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal (Pflegepersonal) delegiert werden kann. Der Durchführende trägt die Verantwortung für die fachkompetente Ausführung (Durchführungsverantwortung).

7 Quellen

  1. Warum hat die STIKO empfohlen, auf eine Aspiration bei der Injektion von Impfstoffen zu verzichten? rki.de abgerufen am 4.7.2018
Das bezieht sich aber nur auf die Impfung, nicht auf i.m.-Injektionen im Allgemeinen.
#3 am 04.07.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Nach Aktueller STIKO-Empfehlung KEINE ASPIRATION bei i.m. Injektionen in die empfohlenen Muskeln, heißt Deltoideus und Vastus Lateralis, weil keine verzeichneten Unfälle bei fehlender Aspiration, dafür aber deutlich mehr Stress und Schmerzen bei Aspiration. (Wie es mit den ventroglutealen Regionen aussieht, weiß ich gerade nicht)
#1 am 04.07.2018 von Nicolas Erdal (Student der Humanmedizin)

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