Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nekrotisierende Fasziitis

Synonym: Fasciitis necroticans
Englisch: necrotizing fasciitis

1 Definition

Die nekrotisierende Fasziitis ist eine foudroyant verlaufende, bakterielle Weichteilinfektion der Haut und Unterhaut, bei der die Faszie mitbetroffen ist.

2 Inzidenz

Die Inzidenz der Erkrankung beträgt 0,4 bis 1,0 Fälle auf 100.000 Einwohner. Am häufigsten sind Menschen mit peripheren Durchblutungsstörungen, Störungen des Lymphabflusses oder Immundefizienz betroffen, häufig Diabetiker.

3 Pathogenese

Auslösend für die Infektion können Hautverletzungen, Hautinfektionen (z.B. Abszesse), intramuskuläre Injektionen oder chirurgische Eingriffe sein. Die häufigsten Erreger sind Streptokokken der Gruppe A, seltener Staphylokokken, Clostridien oder Mischinfektionen.

4 Einteilung

Man unterscheidet nach den auslösenden Erregern:

  • nekrotisierende Fasziitis Typ 1: ausgelöst durch aerob-anaerobe Mischinfektion, vor allem nach chirurgischen Eingriffen.
  • nekrotisierende Fasziitis Typ 2: ausgelöst durch Streptokokken der Gruppe A

5 Symptome

Die nekrotisierende Fasziitis beginnt oft mit unspezifischen Symptomen wie lokalen Schmerzen und Fieber. Innerhalb von 3-7 Tagen kommt es dann zu einer Schwellung der betroffenen Partien. Die Haut über dem Infektionsherd ist erst bläulich-rot, wird dann bläulich-grau und überwärmt und bildet konfluierende Blasen, die mit hell- bis dunkelroter visköser Flüssigkeit gefüllt sind. Im weiteren Verlauf kommt es zu mehr oder weniger ausgedehnten Nekrosen, welche auch die Nerven befallen und daher schmerzlos sind. Zu diesem Zeitpunkt liegt meistens auch ein hohes Fieber vor.

6 Diagnostik

Lufteinschlüsse im Bereich der Muskelfaszien können bereits sehr früh in der Computertomographie nachgewiesen werden.

Eine möglichst frühe mikrobiologische Diagnostik ist von großer Bedeutung für die Prognose. Dafür können Blasen punktiert oder Biopsien durch kleine Hautschnitte vorgenommen werden. Die Schwere der Krankheit verlangt eine sofortige Untersuchung. Man sollte auf ein auch für Anaerobier geeignetes Transportgefäß achten. Diagnostisch kann ein Grampräparat wichtige Auskünfte geben, auch eine Kultur gehört zur Standarddiagnostik.

7 Therapie

Die Therapie erfolgt chirurgisch durch radikales Debridement der betroffenen Weichteile. Da die Erreger sehr aggressiv sind, dürfen keine Keime zurückbleiben. Zusätzlich kann Clindamycin (3x 600 mg pro Tag) gegebenfalls kombiniert mit Penicillin gegeben werden. In vielen Fällen hilft jedoch nur noch die Amputation der betroffenen Gliedmaße um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.

8 Prognose

Selbst bei guter Therapie liegt die Mortalität zwischen 20 und 50 % bei Typ II. Greift die nekrotisierende Fasziitis auf den Rumpf über, verläuft sie meist letal.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

21 Wertungen (3.38 ø)

155.616 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: