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Carbapenem

1 Definition

Carbapeneme sind Antibiotika aus der Gruppe der Betalaktame.

2 Chemische Struktur

Carbapeneme weisen im Gegensatz zu anderen Betalaktamen im Fünfring des Beta-Laktams ein Kohlenstoff-Atom statt Schwefel auf. Ursprünglich wurde die Leitsubstanz der Carbapeneme, das Thienamycin, aus dem grampositiven Bakterium Streptomyces cattleya isoliert. Da Thienamycin jedoch im Organismus instabil ist, werden die heute gebräuchlichen Carbapeneme synthetisch hergestellt.

3 Wirkungsmechanismus

Wie alle Betalaktame wirken auch Carbapeneme auf den letzten Schritt der Peptidoglykan-Synthese, welche dem Aufbau der bakteriellen Zellwand dient. Durch Bindung an die Transpeptidase (PBP: penicillin-binding protein) können die fertigen Peptidoglykan-Monomere nicht mehr mit bereits bestehenden Peptidoglykanketten quervernetzt werden. Bei der Zellteilung des Bakteriums kommt es somit durch die Instabilität der Membran zu der Bidung eines nicht überlebensfähigen, zellwandlosen Sphaeroblasten. Carbapeneme besitzen demnach eine bakterizide Wirkung.

4 Wirkungsspektrum

Carbapeneme sind wirksam gegen fast alle pathogenen grampositiven und gramnegativen Bakterien (nicht jedoch gegen Chlamydien und Mykoplasmen) und viele an Mischinfektionen beteiligte Anaerobier. Carbapeneme sind auch wirksam gegen Pseudomonas aeruginosa (mit Ausnahme von Ertapenem).

5 Substanzen

Gebräuchliche Carbapeneme sind:

6 Anwendungsgebiete

Carbapeneme sind Reserveantibiotika. Ihre Anwendung ist bestimmten, schwer beherrschbaren Infektionszuständen vorbehalten. Bei unkritischem Einsatz werden Resistenzen gefördert und Nebenwirkungen provoziert. Durch das breite Wirkungsspektrum haben Carbapeneme einen massiven Einfluss auf die Darmflora des Menschen. Weiterhin können sich gegen Carbapeneme resistente Bakterien unter der Therapie stark anreichern und so zu sekundären Infektionen führen. Sie werden eingesetzt zur Behandlung von schweren Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa, Enterobakterien, Staphylokokken und Streptokokken. Desweiteren wirken sie gegen Cyanobakterien.

Gängige Indikationen für den Einsatz von Carbapenemen sind:

siehe auch: Carbapenemasen

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