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Biperiden

Handelsnamen: Akineton® u.a.
Englisch: bipariden

1 Definition

Biperiden ist ein Inhibitor der muskarinergen Acetylcholin-Rezeptoren (MAChR) und somit ein Anticholinergikum, das vor allem zur Behandlung des neuroleptikainduzierten Parkinson-Syndroms herangezogen wird.

2 Chemie

Biperiden hat die Summenformel C21H29NO und eine molare Masse von 311,46 g/mol.

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3 Indikationen

Als Antiparkinson-Medikament spielt Biperiden nur eine untergeordnete Rolle. Bei der "echten", d.h. nicht durch Neuroleptika induzierten Parkinson-Krankheit, ist Levodopa das Mittel der Wahl. Manche Neurologen sehen es als Behandlungsfehler an, Biperiden bei der "echten" Parkinson-Krankheit einzusetzen.

Darüber dient Biperiden als Antidot bei einer Nikotinvergiftung.

4 Wirkmechanismus

Beim Morbus Parkinson kommt es durch einen bisher nicht ganz nachvollziehbaren Untergang von Dopamin-freisetzenden Nervenzellen in der Substantia nigra zu einem Dopaminmangel. Dopamin ist jedoch für das Ausführen von Bewegungsabläufen unabdingbar. Die betroffenen Neurone, die normalerweise aus der Substantia nigra ins Corpus striatum projizieren würden, führen daher zu der typischen Symptomatik eines Patienten, der sich im späteren Stadium des Morbus Parkinson befindet: Rigor (Muskelstarre), Tremor (Zittern) und Akinesie (Bewegungsstörung) zeichnen diese immer weiter fortschreitende Krankheit aus.

Dadurch, dass Dopamin beim Gesunden die Blockade zwischen Corpus striatum und Thalamus aufhebt, erlaubt es dem Gehirn, Bewegungsabläufe zu koordinieren. Durch den erwähnten Dopaminmangel und einem zusätzlichen Übergewicht an dem Neurotransmitter Acetylcholin im Corpus striatum kommt es aber schnell zu einer Verstärkung dieser blockierenden Wirkung und somit einer Umkehrreaktion. Es folgen unkoordinierte Bewegungen, die nicht nur mit einer Einnahme von Dopamin (L-Dopa=Levodopa), sondern auch mit Hilfe von Anticholinergika behandelt werden müssen. Biperiden ist ein solcher Arzneistoff, der vor allem bei jüngeren Patienten mit stark ausgeprägtem Tremor zum Einsatz kommt. Er hemmt die muskarinergen Acetylcholin-Rezeptoren, sodass Acetylcholin nicht binden kann und lindert somit die Symptomatik.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Bei i.v.-Gabe sind eine Gangunsicherheit sowie eine orthostatische Dysregulation bis hin zum Kreislaufzusammenbruch nicht selten.

6 Kontraindikationen

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