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Parvovirose

Synonyme: canine Parvovirusenteritis, Hundepanleukopenie, hämorrhagische Gastroenteritis, canine Parvovirusinfektion, Hundeseuche

1 Definition

Durch das canine Parvovirus hervorgerufene Infektionskrankheit der Hunde. Sie verläuft als zyklische Allgemeinerkrankung mit Fieber, Erbrechen und unstillbaren Durchfällen. Panleukopenie auf dem Höhepunkt der Krankheit ist möglich.

2 Erreger

2.1 Virus

Erreger der Parvovirose ist das canine Parvovirus 2 (CPV-2), das erstmal Ende der 70er Jahre auftrat. Es handelt es sich um eine unbehülltes DNA Virus aus der Familie der Parvoviridae, Gattung Parvovirus. Zur Gattung Parvovirus gehören außerdem das feline und das porcine Parvovirus. Die Viren besitzen untereinander nur geringe Sequenzunterschiede. Es wird vermutet, dass das canine Parvovirus aus dem felinen Parvovirus, dem Erreger der Panleukopenie der Katzen (Katzenseuche) entstanden ist. Daher wird die Parvovirose des Hundes in der Literatur teilweise analog als „Hundeseuche“ bezeichnet.

2.2 Subtypen

Es kommen verschiedene Subtypen vor, die sich in ihrer Virulenz unterscheiden. CPV-2a und CPV-2b sind virulentere Formen, die in den letzten Jahren eine zunehmende Rolle spielen. Im Jahr 2000 trat in Italien ein neuer Subtyp, CPV-2c auf, der ebenfalls hochvirulent ist.

2.3 Tenazität

Parvoviren zeichnen sich durch eine außerordentlich hohe Tenazität aus und bleiben in einem breiten pH Bereich und bei hohen Temperaturen in der Außenwelt ansteckungsfähig.

3 Pathogenese

Das Virus dringt über die Schleimhäute des Digestions- und Respirationstrakts in den Körper ein. Es vermehrt es sich zunächst im lokalen Lymphgewebe. 2-5 Tage post infectionem kommt es zu einer Virämie, durch die sich der Erreger im ganzen Körper ausbreitet. Das Virus ist auf Zellen mit einer hohen Replikationsrate angewiesen, die einen Transferrin-Rezeptor besitzen. Es siedelt sich daher vor allem im Darmepithel, im Myokard und im lymphoretikulären Gewebe an. Herzmuskelzellen sind noch einige Wochen postnatal teilungsaktiv und bilden den Transferrinrezeptor aus. Durch massive Schädigung des Darmepithels kommt es zu Maldigestion, Malabsorption und schweren Durchfällen.

4 Symptome

Als erste Symptome können Anorexie, Fieber und Apathie auftreten. Danach tritt häufig Erbrechen, gefolgt von den charakteristischen Durchfällen auf. Der Durchfall kann grünlich bis gelblich sein, häufig sind Blutbeimengungen vorhanden. Teilweise scheint der Durchfall ausschließlich aus Blut zu bestehen. Bei Welpen kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen. Diese sind häufig durch eine akute Myokarditis mit Störungen im Reizleitungssystem bedingt. Kardiale Störungen im Zusammenhang mit Parvovirose wurden auch bei adulten Hunden beschrieben, sie treten aber in milderer Form auf und stehen nicht im Zusammenhang mit Todesfällen.

5 Labor

Hämatokrit und Gesamtprotein sind je nach Ausmaß des Flüssigkeitsverlustes teilweise stark erhöht. Auf dem Höhepunkt der Krankheit kann Panleukopenie auftreten.

6 Therapie

Zur symptomatischen Behandlung der Dehydratation sollte der Austrocknungsgrad bestimmt werden. Bestehende Verluste sollten ausgeglichen sowie der Erhaltungsbedarf gedeckt werden. Elektrolytverluste sind zu bestimmen und ggf. auszugleichen. Um Sekundärinfektionen vorzubeugen, sollte ein Breitspektrumantibiotikum verabreicht werden (parenterale Applikation). Antiemetika können bei Bedarf gegeben werden. Das Futter sollte für mindestens 24-48 h entzogen werden.

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