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Giardien

(Weitergeleitet von Giardia)

Synonym: Giardia

1 Definition

Unter Giardien versteht man eine Gattung von mikroskopischen Dünndarm-Parasiten, die zur Gruppe der tierischen Einzeller – der Protozoen – gehören.

2 Vorkommen

Protozoen der Giardia-Gattung kommen in sehr vielen Säugetieren, Amphibien, Reptilien und Vögeln vor. Auch den Menschen können sie in Form eines Zoonoseerregers befallen und stellen für ihn damit eine Gefahr dar. Der beim Befall von Säugetieren bekannteste Vertreter der Giardien ist Giardia intestinalis. Weitere Bezeichnungen für Giardia intestinalis sind Giardia duodenalis oder Giardia lamblia.

3 Arten von Giardien

  • Giardia agilis
  • Giardia ardeae
  • Giardia beckeri
  • Giardia beltrani
  • Giardia botauri
  • Giardia bovis
  • Giardia bradypi
  • Giardia canis
  • Giardia caprae
  • Giardia cati
  • Giardia caviae
  • Giardia chinchillae
  • Giardia dasi
  • Giardia equii
  • Giardia floridae
  • Giardia hegneri
  • Giardia herodiadis
  • Giardia hyderabadensis
  • Giardia intestinalis
  • Giardia irarae
  • Giardia marginalis
  • Giardia melospizae
  • Giardia microti
  • Giardia muris
  • Giardia nycticori
  • Giardia ondatrae
  • Giardia otomyis
  • Giardia pitymysi
  • Giardia pseudoardeae
  • Giardia psittaci
  • Giardia recurvirostrae
  • Giardia sanguinis
  • Giardia serpentis
  • Giardia simoni
  • Giardia sturnellae
  • Giardia suricatae
  • Giardia tucani
  • Giardia varani
  • Giardia viscaciae
  • Giardia wenyoni

4 Erscheinungsbild

Die Giardien besitzen eine in etwa birnenförmige Gestalt. Sie besitzen zwei Kerne mit Erbinformation, die mikroskopisch einem Augenpaar ähneln. Für die Fortbewegung nutzen sie Geißeln. Sie besitzen des Weiteren eine Bauchhaftscheibe, die nach dem Prinzip eines Saugnapfes funktioniert und mit deren Hilfe sie sich an der Darmwand des Wirtes festsetzen können. Dorf findet dann eine millionenfache Vermehrung statt, ohne dass ein Eindringen ins Gewebe erfolgen würde.

5 Verbreitung

  • zwei Giardien umgeben sich mit einer schützenden Hülle, ehe sie sich mit dem Kot des Wirtes ausscheiden lassen
  • in der Hülle erfolgt ein mitunter wochenlanger Schutz gegenüber sämtlichen Umwelteinflüssen
  • die zwei Giardien verbleiben in dieser Hülle, ehe sie vom nächsten Wirt auf dem Wege von verschmutztem Trinkwasser oder verunreinigter Nahrung gelangen
  • in feuchten Böden können diese Parasiten bis zu 2 Monate infektiös bleiben

6 Wirkung beim Menschen

  • einige Menschen besitzen die Giardien im Darm, ohne eine Wirkung zu spüren
  • ansonsten kommt es zu starken Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall (Giardiasis)
  • eine besondere Gefahr besteht in eventuell nicht vollkommen gereinigtem Trinkwasser, wie es in vielen Ländern aus der Leitung kommt

7 Problematik

Unter allen Krankheitserregern, die das Trinkwasser infiltrieren bzw. verseuchen können, zählen die Giardien zu den widerstandsfähigsten. Weder der Einsatz von Chlor, noch die Behandlung mit Ultraviolettstrahlung können sie komplett zerstören. Lediglich eine Ultrafiltration in der Oberflächenwasser-Aufbereitung bietet kompletten Schutz.

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