Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Trametinib

Handelsname: Mekinist®

1 Definition

Trametinib ist ein MEK-Inhibitor aus der Gruppe der Proteinkinaseinhibitoren. Der Arzneistoff wird in der Onkologie unter anderem zur Therapie des metastasierten Melanoms angewendet.[1]

2 Chemie

Die Summenformel von Trametinib ist C26H23FIN5O4. Das Molekulargewicht beträgt 615,40 g/mol. Die Synthese verläuft mehrstufig aus den Edukten Cyclopropylamin und einem Isocyanatderivat.[2]

3 Wirkmechanismus

Trametinib greift in den MAP-Kinase-Signalweg ein, der an der Steuerung des Zellwachstums beteiligt ist. Eine Fehlregulation dieses Signalwegs kann durch mehrere Ursachen entstehen, einschließlich einer Mutation im BRAF-Gen. Diese Veränderung wird mit vielen verschiedenen Tumorarten in Verbindung gebracht.

Dei häufige BRAF-V600-Mutation führt zu einer überaktiven nachgeschalteten Signalübertragung durch MAP-Kinasen. Sie phosphorylieren die Proteinkinase ERK, was zur Aktivierung verschiedener Transkriptionsfaktoren führt. Dadurch kommt es zur Expression von Genen, welche die Proliferation der Tumorzellen regulieren und ihr Überleben ermöglichen.

Trametinib bindet reversibel und selektiv an MEK-1 und -2 und führt zu einer allosterischen Hemmung dieser Enzyme. Bei einer Vielzahl von Zielgenen wird so die Transkription unterbrochen und der onkogene Signalweg gehemmt.[3]

4 Pharmakokinetik

Trametinib wird oral resorbiert. Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentrationen beträgt etwa 1,5 Stunden. Die orale Bioverfügbarkeit nach einer Einzeldosis von 2 mg des Arzneistoffs beträgt 72 %. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei rund 127 Stunden.[1]

5 Indikation

Voraussetzung für die Anwendung von Trametinib ist der Nachweis einer BRAF-V600-Mutation durch Sequenzierung des Tumorgenoms.

6 Darreichungsform

Der Arzneistoff ist in Form von Filmtabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 0,5 oder 2 mg erhältlich.[1]

7 Dosierung

Die empfohlene Dosis von Trametinib beträgt 2 mg einmal täglich.[1]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten unter der Einnahme von Trametinib sehr häufig (≥ 1:10) oder häufig (≥ 1:100) auf:[1]

9 Wechselwirkungen

Trametinib wird über Deacetylierung durch hydrolytische Enzyme verstoffwechselt. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimiteln sind unwahrscheinlich. Die Fachinformation enthält eine detailierte Auflistung möglicher Interaktionen.[1]

10 Kontraindikationen

11 Zulassung

Der Arzneistoff ist in der EU seit 2014 zugelassen. Zulassungsinhaber war GlaxoSmithKline (GSK). 2015 wurde die Zulassung auf Novartis übertragen.[1]

12 Nutzenbewertung

Ein Zusatznutzen einer Therapie mit Trametinib wird vom G-BA auf der Basis der vom IQWiG ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:[4]

  • nicht belegter Zusatznutzen der Monotherapie gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie mit Vemurafenib
  • Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen der Kombinationstherapie mit Trametinib und Dabrafenib gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie mit Vemurafenib bei Frauen

13 Kosten

Die Jahrestherapiekosten einer Monotherapie mit Trametinib betragen rund 100.000 €.[4]

14 Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Fachinformation Trametinib abgerufen am 05.12.18
  2. scbt.com Trametinib abgerufen am 05.12.2018
  3. Pharmazeutische Zeitung Online Arzneistoffe | Trametinib abgerufen am 05.12.18
  4. 4,0 4,1 IQWIg-Berichte-Nr.354 Trametinib Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V abgerufen am 05.12.2018

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