Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Rocky-Mountains-Fleckfieber

(Weitergeleitet von Rocky Mountain spotted fever)

Synonym: Rocky Mountain spotted fever

1 Definition

Bei dem Rocky-Mountains-Fleckfieber handelt es sich um eine auf dem gesamten amerikanischen Kontinent vorkommende, durch Rickettsien verursachte Erkrankung. Von allen durch diese Bakterienart verursachten Krankheiten besitzt das Rocky-Mountains-Fleckfieber den schwersten Verlauf. Ohne eine entsprechende Behandlung kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

2 Epidemiologie

  • erste bekannte Fälle um das Jahr 1918
  • zwischen 200 und 1400 Fälle werden in den USA pro Jahr bekannt, allerdings dürfte die Dunkelziffer noch wesentlich höher sein
  • die mit Abstand meisten Infektionen finden zwischen April und August statt
  • in den allermeisten Fällen findet sich ein Zeckenbiss als Infektionsquelle

3 Begrifflichkeit

Betrachtet man die geografische Verteilung der auftretenden Krankheitsfälle, so ist der Name Rocky-Mountains-Fleckfieber eher irreführend und nicht wirklich zutreffend. Wie erwähnt finden sich auf dem gesamten amerikanischen Kontinent Erkrankungsfälle. Auf das Gebiet der Rocky-Mountains entfallen weniger als 5 % der gesamten Fälle. Die in den USA am meisten betroffenen Bundesstaaten sind North Carolina und Oklahoma.

4 Erreger

Bei dem für das Krankheitsbild verantwortlichen Erreger handelt es sich um das Bakterium Rickettsia rickettsii - einen intrazellulär parasitisch lebenden Organismus. Der häufigste Übertragungsweg erfolgt durch Schildzecken der Gattung Dermacentor.

5 Symptome

Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 14 Tagen treten in der Regel folgende Krankheitsanzeichen auf:

  • rasch auftretendes und stark ansteigendes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Muskelschmerzen
  • Durchfall
  • nach etwa 5 bis 6 Tagen treten kleine, violette und nicht juckende Flecken (Makulae) an Handgelenken, Knöcheln und den gesamten Unterarmen auf, die sich mit der Zeit vergrößern und eine erhabene Gestalt annehmen
  • rote Flecken treten bei etwa 50 % der Patienten auf. Sie entstehen durch Einblutungen in die Haut und werden als Petechien bezeichnet.
  • in ungünstigen Fällen kommt es zum Befall von ZNS, Nieren und Gastrointestinaltrakt

6 Diagnose

7 Therapie

Bereits in Verdachtsfällen sollte eine Therapie begonnen werden, um mögliche lebensgefährliche Komplikationen zu vermeiden. Es erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika. Hier hat sich das Präparat Doxycyclin bewährt. Ebenso kommt es zum Einsatz von Chloramphenicol, welches allerdings ein deutlich ungünstigeres Nebenwirkungsprofil aufweist. Die Antibiose sollte mindestens noch bis zu drei Tage nach Verschwinden des Fiebers fortgesetzt werden.

8 Prognose

Durch den effektiven Einsatz von Antibiotika ist die Sterblichkeit von 33 % auf ca. 3 – 5 % zurückgegangen. Allerdings handelt es sich auch bei 5 % Letalität immer noch um eine sehr gefährliche Erkrankung.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

9 Wertungen (3.56 ø)

7.336 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: