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Rickettsienpocken

1 Definition

Die Rickettsienpocken sind eine durch das Bakterium Rickettsia akari hervorgerufene Infektionskrankheit.

2 Epidemiologie

Fälle von Rickettsienpocken kommen in den USA und in Mexiko sowie in der Ukraine, in Kroatien und in der Türkei vor. Die Menschen infizieren sich über Milben (Liponyssoides sanguineus), welche die Rickettsien wiederum von infizierten Mäusen erwerben und die Erreger transovariell an die nächste Generation weitergeben.

3 Klinisches Bild

An der Stelle des Milbenbisses entsteht eine Papel mit zentralem Bläschen. Im Verlauf entwickelt sich diese zu einem schmerzlosen, von Schorf bedecktem Eschar mit einer Größe von ungefähr 2 Zentimetern. Aufgrund einer lymphogenen Streuung entsteht eine regionale Lymphadenopathie. Nach 10 bis 17 Tagen treten unspezifische Symptome auf, z.B.

Zwei bis sechs Tage später entsteht ein initial makulöses, dann papulöses, vesikuläres und schließlich verschorftes Exanthem, das aber ohne Narbenbildung abheilt. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Husten und Konjunktivitis mit Photophobie.

Ohne Therapie besteht das Fieber für 6 bis 10 Tage.

4 Diagnostik

Anamnestisch ist der Aufenthalt in Endemiegebieten wegweisend. Die Verdachtsdiagnose kann durch serologische Tests gesichert werden - idealerweise durch den zweifachen Nachweis von IgM bzw. IgG-Antikörpern mittels ELISA oder indirekter Immunfluoreszenz aus dem Serum im Abstand von 3 Wochen. Die Serologie weist jedoch nur Antigene nach, die bei allen Rickettsien auftreten können. Somit ist eine genaue Zuordnung zu einer bestimmten Erregerspezies nicht möglich.

Weiterhin können Hautbiopsien mittels PCR auf Rickettsien-DNA untersucht werden. Eine kulturelle Anzucht erfordert Speziallaboratorien der Schutzstufe 3. Rickettsien zeigen zwar einen gramnegativen Zellwandaufbau, lassen sich aber diagnostisch durch eine Gramfärbung nicht darstellen.

5 Therapie

Die Behandlung erfolgt bei entsprechendem Verdacht mit Doxycyclin für 1 bis 5 Tage in einer Dosierung von 2 x 100 mg/d. Alternativ kann Chloramphenicol für 7 bis 10 Tage in einer Dosierung von 4 x 500 mg/d eingesetzt werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Juni 2020 um 09:16 Uhr bearbeitet.

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