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Immunglobulin M

(Weitergeleitet von IgM)

Synonym: IgM
Englisch: immunoglobulin M

1 Definition

Als Immunglobulin M, kurz IgM, bezeichnet man eine Unterklasse von Antikörpern.

2 Biochemie

IgM-Antikörper liegen in einer pentameren Struktur aus 5 gleichen Untereinheiten vor. Sie haben ein Molekulargewicht von rund 990 kDa. Der Begriff "Pentamer" trifft insofern nicht ganz zu, als dass die 5 zugrundeliegenden "Monomere" wiederum aus zwei gleichen Einheiten bestehen, also ihrerseits Dimere darstellen.

Diese Homodimere sind aus zwei Proteinkomponenten aufgebaut, die jeweils eine leichte und eine schwere Kette aufweisen. Sie sind durch Disulfidbrücken miteinander verbunden:

  • Die leichte Kette (λ- oder κ-Kette) setzt sich aus etwa 220 Aminosäureresiduen (AS) zusammen. Sie enthält etwa hälftig (110 AS) eine variable (VL) und eine konstante Domäne (CL).
  • Die schwere Kette (µ-Kette) besteht aus rund 576 Aminosäuren. Sie beinhaltet eine variable Domäne von 110 AS (VH) sowie 4 verschiedene konstante Regionen von jeweils 110 AS (Cµ1, Cµ2, Cµ3, Cµ4). Ergänzt wird die schwere Kette durch ein kurzes Schwanzstück aus 20 Aminosäuren. Die µ-Kette trägt an 5 Asparaginresiduen spezifische Oligosaccharide.

Die einzelnen Komponenten des IgM polymerisieren unter Ausbildung von Disulfidbrücken zu Hexameren oder Pentameren. Beim Menschen wird durch Cysteinresiduen im Schwanzteil der schweren Kette nur eine pentamere Form gebildet, die durch eine J-Kette (J steht für Joining) stabilisiert wird.

Legende: 1 - Grundeinheit ("Monomer"), 2 - Schwere Kette, 3 - Leichte Kette, 4 - J-Kette, 5 - Disulfidbrücken

3 Funktion

Immunglobulin M kann mit verschiedenen anderen körpereigenen Biomolekülen interagieren:

IgM wird im Rahmen der Immunantwort der Primärantwort zugeordnet. Nach einer frischen Infektion erscheinen IgM-Antikörper als erste Immunglobulin-Subgruppe im Blut.

IgM-Antikörper dienen ähnlich wie IgG-Antikörper der Agglutination und Neutralisation von Antigenen und sind ebenfalls in der Lage, das Komplementsystem zu aktivieren. Sie können jedoch im Gegensatz zu IgG nicht direkt opsonieren.

In membranständiger Form fungiert IgM auf B-Lymphozyten als Antigenrezeptor. Mit Hilfe dieser Rezeptoren kommt es bei starken Antigensignalen (z.B. Polysaccharid-Kapsel von Bakterien) zur direkten, d.h. T-Zell-unabhängigen, Aktivierung der B-Zelle.

4 Labormedizin

4.1 Material

Für die Untersuchung wird 1 ml Serum benötigt.

4.2 Referenzbereich

Die physiologische Serumkonzentration von IgM beim Erwachsenen beträgt:

  • Für Frauen: 0,40 bis 2,80 g/L (40 bis 280 mg/dl)
  • Für Männer: 0,40 bis 2,30 g/L (40 bis 230 mg/dl)

Der Referenzbereich ist altersabhängig und bei Kindern niedriger. Ausschlaggebend sind die vom jeweiligen Labor angegebenen Werte.

4.3 Interpretation

4.3.1 Erniedrigtes Serum-IgM

IgM im Serum ist erniedrigt bei:

4.3.2 Erhötes Serum-IgM

IgM im Serum ist erhöht bei:

4.4 Serologie

Der serologische Nachweis erregerspezifischer IgM-Antikörper (z.B. Anti-HEV-IgM) ist ein wichtiges Diagnoseverfahren in der Infektiologie.

5 Bildquelle

  • Immunglobulin M, Public Domain

6 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 29.03.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 29. März 2021 um 17:46 Uhr bearbeitet.

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