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Bell-Lähmung

nach dem schottischen Chirurgen Sir Charles Bell (1774–1842)
Synonyme: Bell'sche Parese, Bell's palsy
Englisch: Bell's Palsy

1 Definition

Als Bell-Lähmung bezeichnet man die einseitige Parese des Nervus facialis ("Fazialisparese"). Die Ätiologie der Lähmung ist nicht geklärt, vermutlich ist eine Kompression des Nerven im Canalis facialis aufgrund entzündlicher Prozesse die Ursache.

2 Epidemiologie

Die Inzidenz beträgt 7-40 Krankheitsfälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr bei ausgeglichenem Geschlechtsverhältnis. Da eine isolierte Fazialisparese bei Kindern häufiger infolge einer Neuroborreliose (34 - 56 %) auftritt ist im Kindesalter und bei Verdacht auf einen Zoster oticus eine Untersuchung auf Varizellen-Zoster-Virus-IgG und -IgM im wiederholt im Abstand von 7 - 10 Tagen zu empfehlen.[1]

3 Therapie

  • hochdosiert Kortikosteroide: 10 Tage 2 x 25 mg Prednisolon,
  • Virostatika nur bei Zoster octicus: 3 x täglich 5-10 mg Aciclovir i.v. oder 5 x täglich 800 mg Aciclovir oral.

Nicht indiziert sind antiphlogistisch-rheologisches Infusionsschema, z.B. Stennert-Schema.

4 Prognose

Unbehandelt kommt es bei völliger Lähmung einer Gesichtshälfte häufiger zu Defektheilungen mit Synkinesien als zu einer restitutio ad integrum. Daher ist das frühzeitigige Einleiten der Therapie wichtig.

Bei einer nur teilweisen Lähmung einer Gesichtshälfte ist die Prognose allerdings generell sehr gut. Es kommt nur in einem geringen Prozentsatz der Fälle zu dauerhafter Schädigung. Meist bildet die Lähmung sich in solchen Fällen spontan nach einigen Wochen zurück.

  1. Heckmann, J.G., Urban, P.P., Pitz, S. et al.: Idiopathische Fazialisparese (Bell's palsy). Dtsch. Ärztebl.2019; 118(41): 692-702.

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