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Fazialisparese

Synonym: Fazialislähmung, Gesichtslähmung
Englisch: facial nerve paralysis, facial palsy

1 Definition

Die Fazialisparese ist die Lähmung (Parese) des Nervus facialis.

2 Einteilung

2.1 ...nach Lokalisation

2.2 ...nach Symmetrie

  • einseitige Fazialisparese
  • beidseitige Fazialisparese

3 Ursachen

Eine Fazialisparese kann vielfältige Ursachen haben.

4 Symptome

Eine leichte Fazialisparese macht sich nur durch sehr diskrete Symptome bemerkbar. Stärkere Paresen ziehen eine charakteristische Veränderung der Gesichtsmimik nach sich, die bei der häufigeren einseitigen Fazialislähmung zu einer Assymmetrie des Gesichts führen. Typisch sind auf der befallenen Seite:

  • Herabhängender Mundwinkel
  • Abgeschwächtes oder aufgehobenes Stirnrunzeln
  • Inkompletter oder aufgehobener Lidschluss

Da der Nervus facialis auch sensorische Fasern von der Zunge erhält, können auch Geschmacksstörungen vorliegen.

Die genaue Symptomatik ist abhängig von der Lokalisation der Fazialisparese. Tritt eine zentrale Fazialisparese auf, sind bei Betroffenen der Lidschluss und das Stirnrunzeln auf der kontralateralen Seite der Parese nicht beeinträchtigt, die restliche mimische Muskulatur hingegen schon. Dies ist auf die Versorgung des Nucleus nervi facialis zurückzuführen. Der obere Anteil des Nucleus nervi facialis, der die Stirn- und Lidmuskulatur ipsilateral versorgt, erhält kortikonukleäre Fasern aus beiden Gehirnhälften im Sinne einer Doppelinnervation. Der untere Anteil des Nucleus nervi facialis (der den Rest der mimischen Muskulatur der ipsilateralen Seite innerviert) erhält nur aus der kontralateralen Seite kortikonukleäre Fasern. Somit bleibt bei einer einseitigen zentralen Fazialisparese die Versorgung des oberen Anteils des Nucleus nervi facialis erhalten, da dieser auch von der ipsilateralen Seite Fasern aus dem Gyrus precentralis erhält. Die Stirn kann somit noch gerunzelt, sowie das Auge der ipsilateralen Seite geschlossen werden.

Die periphere Fazialisparese hingegen ist leicht unterscheidbar, da die gesamte mimische Muskulatur der ipsilateralen Seite ausfällt.

5 Diagnostik

Die Diagnose wird - vor allem bei der einseitigen Fazialisparese - häufig bereits per Blickdiagnose gestellt. Weitere diagnostische Verfahren sind:

6 Schweregrad

Das Facial Nerve Grading System 2.0 beruht auf dem House-Brackmann-Score und dient der Beurteilung des Schweregrades einer Fazialisparese.[1] Betrachtet werden die motorische Funktion der Augenbrauen, der Augenlider, der nasolabialen und oralen Region sowie das Auftreten von Synkinesien.

Score Augenbrauen Lidschluss naso-labiale Falte orale Region Synkinesien
1 normal normal  normal normal leichte Synkinesien, geringe Kontraktur
2  leichte Schwäche leichte Schwäche, kompletter Lidschluss mit leichter Anstrengung möglich leichte Schwäche leichte Schwäche offensichtliche Synkinesien, milde bis moderate Kontrakturen
3 offensichtliche Schwäche, noch symmetrisch offensichtliche Schwäche, kompletter Lidschluss mit maximaler Anstrengung möglich offensichtliche Schwäche, noch symmetrisch offensichtliche Schwäche, noch symmetrisch entstellende Synkinesien, schwere Kontrakturen
4 Asymmetrie in Ruhe Asymmetrie in Ruhe, kein kompletter Lidschluss möglich  Asymmetrie in Ruhe Asymmetrie in Ruhe
5 Restbewegungen
6 keine Bewegung
Schweregrad I II III IV V VI
Score 4 5 - 9 10 - 14 15 - 19 20 - 23 > 24

7 Weblinks

8 Quellen

  1. Vrabec J et al. Facial Nerve Grading System 2.0, Otolaryngology Head and Neck Surgery 140(4):445-50, May 2009, abgerufen am 11.11.2019

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Januar 2021 um 19:48 Uhr bearbeitet.

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