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Hirnnervenparese

Synonyme: Hirnnervenläsion, Hirnnervenlähmung, Hirnnervensyndrom
Englisch: cranial nerve paralysis, cranial nerve palsy

1 Definition

Als Hirnnervenparese bezeichnet man die Läsion eines Hirnnerven mit den daraus folgenden motorischen und im weiteren Sinne auch sensiblen Ausfällen.

2 Ätiologie

Die Hirnnervenparese entsteht durch eine Schädigung des Nervs, die entweder zentral im Kerngebiet oder im peripheren Verlauf lokalisiert ist. Mögliche Ursachen für Nervenläsionen sind u.a.:

Infektionen / Entzündungen
Traumen
Noxen
Vaskulär
Tumoren
Metabolisch
Neurologisch
Kongenital
Idiopathisch

3 Klinik

3.1 Okulomotoriusparese

Eine vollständige Okulomotoriusparese ruft das klinische Erscheinungsbild der Ophthalmoplegia totalis hervor. Hierbei kommt es zum Ausfall der äußeren Augenmuskulatur bis auf dem Musculus rectus lateralis und den Musculus obliquus superior. Klinisch zeigt sich folgend ein nach unten, außen gerichtetes Auge mit Mydriasis und Ptosis durch den zusätzlichen Ausfall des Musculus sphincter pupillae und Musculus levator palpebrae superioris.

3.2 Trochlearisparese

Eine Trochlearisparese führt zum Ausfall des Musculus obliquus superior und imponiert klinisch insbesondere in einer fehlenden Blicksenkung bei Adduktion.

3.3 Trigeminusparese

Der Nervus trigeminus fällt selten komplett aus, sondern eher partiell. Mögliche Ausfallerscheinungen der Trigeminusparese sind:

3.4 Abduzensparese

Eine Läsion des Nervus abducens (Abduzensparese) führt zu einem Ausfall des Musculus rectus lateralis und zeigt sich klinisch durch ein nach innen abweichendes Auge mit kompensatorischer Kopfdrehung zur betroffenen Seite.

3.5 Fazialisparese

Die Fazialisparese wird je nach Lokalisation in zentral und peripher eingeteilt.

3.6 Glossopharyngeusparese

Eine vollständige Läsion des Nervus glossopharyngeus imponiert klinisch mit einem Ausfall der Geschmacksempfindung im hinteren Zungendrittel, einer Hypästhesie im hinteren Drittel der Zunge und des Rachens und einer Deviation des Gaumensegels zur gesunden Seite (Kulissenphänomen).

3.7 Vagusparese

Die Läsion des Nervus vagus zeigt sich in einem zur gesunden Seite abgelenkten Gaumensegel, einem häufigen Verschlucken durch fehlenden Verschluss der Epiglottis und einer Recurrensparese. Bei beidseitiger Lähmung kann es zu schweren Atem- und Kreislaufstörungen kommen.

3.8 Accessoriusparese

Eine Läsion des Nervus accessorius äußert sich klinisch durch einen Ausfall des Musculus sternocleidomastoideus und des Musculus trapezius.

3.9 Hypoglossusparese

Eine Läsion des Nervus hypoglossus führt zur Lähmung der Zungenmuskulatur und folgender Atrophie der betroffenen Zungenseite. Die Folge ist eine Deviation der Zunge zur kranken Seite.

4 Literatur

  • Mattle, H. (2015). Kurzlehrbuch Neurologie (4. vollständig überarbeitete Aufl.). Thieme.
  • Thurnher et al: (2011) Hirnnervenlähmung. In: HNO-Heilkunde. Springer, Vienna. doi.org/10.1007/978-3-211-88985-5_12

Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2021 um 14:10 Uhr bearbeitet.

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