Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hyperakusis

Englisch: hyperacusis

1 Definition

Als Hyperakusis bezeichnet man eine pathologische akustische Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen normaler Lautstärke (Schallpegel 70-80 Dezibel).

2 Ätiopathogenese

Die Ursachen einer Hyperakusis sind vielfältig. Sie umfassen

3 Klinik

Symptomatisch äußert sich die Hyperakusis durch gesteigerte Stressreaktionen mit Tachykardie, Hypertonie und Schweißausbrüchen und psychische Alteration (Angst, Unruhe, soziale Isolation). Ursachenabhängig kann sie mit anderen Symptomen assoziiert sein:

4 Diagnostik

Die Diagnostik einer Hyperakusis erfolgt mittels tonaudiometrischer Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle. Diese sollte mit Schmalbandrauschen durchgeführt werden, da Sinustöne generell als unnatürlich wahr genommen werden - nicht zu verwechseln mit der "Schmerzschwelle".

4.1 Anamnese und Sichtbefund

Eine dezidierte Anamnese hinsichtlich bekannter Vorerkrankungen (Otitis media), Begleitsymptomen (Tinnitus, Hörminderung, Schwindel) oder Medikamenteneinnahme kann hinweisgebend auf die vorliegende Ursache sein. Sicht- und otoskopischer Befund sind ebenfalls obligat.

4.2 Gerätediagnostik

Die Gerätediagnostik umfasst den Hörtest, bei dem normale Schallpegel bei ansonsten unauffälligem Befund subjektiv als zu laut empfunden werden, sowie die Prüfung des Stapediusreflexes im Rahmen der Impedanz-Audiometrie.

4.3 Differentialdiagnostik

5 Therapie

Da die Hyperakusis - abgesehen von der medikamenteninduzierten Krankheitsvariante - meist auf einer irreversiblen Schädigung im Bereich des Mittel- oder Innenohres beruht, gibt es keine kausale Behandlungsmöglichkeit.

Patienten mit einer Hyperakusis kann durch ein sogenanntes Counselling das Leben mit der Erkrankung erleichtert werden. Diese Beratung wird vom behandelnden Arzt durchgeführt.

5.1 Noiser

Zur Abdämpfung der als störend empfundenen Nebengeräusche haben sich Rauschgeräte (Noiser, Rauschgeneratoren, Rauscher) als sinnvoll erwiesen, die hinter das Ohr geklemmt werden. Sie erzeugen ein permanentes Hintergrundrauschen, dessen Intensität vom Patienten individuell regelbar ist. Die Therapie mittels Noiser ermöglicht eine Habituation an die Nebengeräusche durch eine Umorganisation der zentralen Hörverarbeitung ("Plastizität"), s.a. Tinnitus-Retraining-Therapie.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (4.33 ø)

27.964 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: