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Humeruskopffraktur

(Weitergeleitet von Proximale Humerusfraktur)

Synonyme: Proximale Humerusfraktur, Oberarmkopffraktur, Subkapitale Humerusfraktur

1 Definition

Bei der Humeruskopffraktur handelt es sich um einen Knochenbruch (Fraktur) des proximalen Humerus. Häufig liegt eine so genannte subkapitale Humerusfraktur in Höhe des Collum chirurgicum vor.

2 Epidemiologie

Humeruskopffrakturen sind häufige Frakturen. Sie machen etwa 5% aller Frakturen aus. Ihre Inzidenz beträgt ca. 70/100.000/Jahr, mit dem Alter deutlich ansteigend (z.B. Frauen über 70 Jahre: 400/100.000/Jahr). Diese Fraktur ist typisch bei alten Menschen, sie ist bei Frauen häufiger als bei Männern (ca. 3:1).

3 Ätiologie

Die Humeruskopffraktur wird meist durch ein indirektes Trauma verursacht (z.B. Sturz mit ausgestreckter Hand oder auf den Ellenbogen), jedoch sind auch direkte Traumen nicht unüblich. Seltenere Ursachen stellen Knochenmetastasen, primäre Knochentumoren oder maligne Lymphome dar.

4 Symptomatik

Zum klinischen Befund zählen u.a. eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Druckschmerz am Humeruskopf, evtl. Bluterguss (in der Achselhöhle, seitlich an der Thoraxwand oder auf der medialen Seite des Oberarms).

5 Diagnostik

Hierzu gehören neben Anamnese und klinischem Befund:

Bei einer Fraktur sind stets Durchblutung, Motorik und Sensibilität zu prüfen. Bei pathologischen Befunden sind weitere diagnostische Schritte einzuleiten.

6 Klassifikation

AO-Klassifikation:

7 Komplikationen

Bei einer dislozierten Humeruskopfraktur kommt es in etwa 80% der Fälle zu einer Ruptur der Arteria circumflexa humeri anterior.[1]

8 Therapie

Die Fraktur lässt sich in 80% der Fälle konservativ behandeln. Die konservative Therapie erfolgt durch Anlage eines Gilchrist-Verbandes oder Desault-Verbandes für ca. 1 Woche, Röntgenkontrolle und zunehmende Bewegungsübungen (Pendeln). Wichtig sind regelmäßige Kontrollen des Röntgenbefundes und eine effektive Frühmobilisation um eine Versteifungstendenz der Schulter zu vermeiden.

In 20% der Fälle ist eine Operation indiziert. Gängige Indikationen sind:

  • Nicht reponierbare Frakturen mit Beteiligung der Gelenkfläche
  • Impingement durch Frakturfragmente
  • Dislozierte mehrfragmentäre Frakturen
  • Offene Frakturen
  • Abrisse von Tuberculum minus bzw. Tuberculum majus mit vollständiger Dislokation

Zur operativen Versorgung stehen je nach Frakturbefund verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Dies sind unter anderem:

9 Prognose

Bei eingestauchten Frakturen besteht unter konservativer Therapie eine gute Prognose. Mehrsegmentfrakturen, Trümmerbrüche und Luxationsfrakturen sind weniger günstig, je mehr Segmente desto fraglicher die Prognose.

10 Quellen

  1. Meßmer et al.: Was gibt es Neues in der Chirurgie? Jahresband 2012, S. 295

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