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Sehne

Synonym: Tendo
Englisch: tendon

1 Definition

Als Sehnen bezeichnet man bindegewebige Faserzüge, die Muskeln mit Knochen oder als Zwischensehne zwei Bäuche eines Muskels (Beispiel: Musculus omohyoideus) miteinander verbinden.

2 Anatomie

Je nach Funktion werden Sehnen auch als Ursprungs- bzw. Ansatzsehnen bezeichnet. Sehnen sind bei jedem Muskel vorhanden, auch wenn dieser fleischig am Knochen anzusetzen scheint. Darüber hinaus gibt es bei einigen Muskeln Sehnen, die in den Faserverlauf eingeschaltet sind, ohne Kontakt zum Knochen zu haben, die so genannten Zwischensehnen.

Flächig ausgebildete Sehnenplatten (Beispiel: Musculus obliquus externus abdominis) werden als Aponeurose bezeichnet.

Sehnenfasern strahlen entweder in die Knochenhaut (Periost) ein oder sind direkt im Knochen verankert. Über mehrere Gelenke hinweg verlaufende Sehnen sind von Sehnenscheiden umgeben, um die Reibung mit dem umgebenden Gewebe zu vermindern.

2.1 Einteilung

Man unterscheidet Zug- und Gleitsehnen. Zugsehnen verlaufen in der Wirkungsrichtung des Muskels und werden damit nur auf Zug belastet. Bei Gleitsehnen stimmt die Wirkungsrichtung des Muskels und die Verlaufsrichtung der Sehne nicht überein, da sie etwa um einen Knochen herum geleitet werden (z.B. die Sehne des Caput longum des Musculus biceps brachii). An der druckbelasteten Stelle findet sich meist eine faserknorpelige Gewebeschicht.

3 Histologie

Im histologischen Präparat sieht man ein zellarmes, faserreiches Bindegewebe, in dem vereinzelte Fibrozyten auftreten, die aufgrund ihres charakteristischen Aussehens auch als Flügelzellen bezeichnet werden. Die Fasern bestehen hauptsächlich aus Kollagen, daneben findet man kleinere Anteile von Elastin. Die wichtigsten Faserproteine stellen mit ca. 98% die Typ I-Kollagene dar, andere Kollagene (Typ II, Typ III, Typ IV, Typ V, Typ IX und Typ X) machen nur einen geringen Anteil aus. Die Interzellularsubstanz zwischen den Fasern weist einen hohen Gehalt an Proteoglykanen wie Decorin und Aggrecan auf.

Außen werden Sehnen von einer dünnen "Sehnenhaut", dem Peritendineum umgeben.

Bei Sehnen handelt es sich um ein bradytrophes Gewebe, das nur wenige Nerven und Blutgefäße enthält. Daher besitzen Sehnen eine schlechte Fähigkeit zur Regeneration.

4 Physiologie

Durch die Sehne wird die Kraft des Muskelzuges auf die Skelettteile übertragen. Die Sehne besteht deshalb aus festem kollagenfaserigen Bindegewebe, das eine hervorragende Reißfestigkeit besitzt.

Neben der Kraftübertragung haben Sehnen jedoch auch eine durch ihre Elastizität bedingte Federwirkung. Sie erlaubt es ihnen, Bewegungsenergie kurzfristig zu speichern und auch wieder freizusetzen, was viele Bewegungsabläufe energieeffizienter gestaltet. So wird z.B. die Achillessehne beim Aufsetzen des Fußes durch die Dorsalflexion passiv gedehnt. Diese Energie setzt sie bei der darauf folgenden Plantarflexion wieder frei - es muss also nicht die gesamte Arbeit von der Wadenmuskulatur geleistet werden.

5 Beispiele

6 Klinik

Aufgrund ihrer hohen mechanischen Belastung unterliegt das Sehnengewebe oft degenerativen Veränderungen, die man unter dem Begriff "Tendopathie" zusammenfasst.

Bei Abrissen von im Knochen verankerten Sehnen kommt es regelhaft zu sogenannten Abrissfrakturen.

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