Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Plattenosteosynthese

Englisch: plate osteosynthesis

1 Definition

Unter der Plattenosteosynthese versteht man die osteosynthetische Versorgung eines Knochenbruchs durch Metallplatten.

2 Indikation

Die Plattenosteosynthese stellt eine Möglichkeit der osteosynthetischen Versorgung einer Fraktur dar. Zu den generellen Indikationen für eine operative Frakturbehandlung gehören:

Die Art der osteosynthetischen Versorgung wird je nach Frakturlokalisation und Frakturverlauf ausgewählt. Die Plattenosteosynthese wird z.B. bei einer proximalen Tibiafraktur, einer proximalen Humerusfraktur oder auch bei einer Humerusschaftfraktur verwendet.

3 Formen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Plattenosteosynthese. Zu diesen gehören:

  • Abstützplatten: Diese Platten haben die Form eines Ts oder eines Ls und werden bei der Versorgung von Frakturen im Bereich der Epiphyse und der Metaphyse mit Rekonstruktion durch Zugschrauben genutzt.
  • Kompressionsplatte: Kurze und quer verlaufende Schrägfrakturen sind eine häufige Indikation für die Kompressionsplatte, die auch zusätzlich zur Schraubenosteosynthese genutzt werden kann. Durch einen Plattenspanner oder durch die Ausnutzung der Schraubenlochanordnung wird eine Kompression im Bereich des Frakturspaltes erreicht.
  • Neutralisationsplatte: Durch diese Platte können Torsionskräfte und Biegekräfte neutralisiert werden. Die Anwendung von Zugschrauben führt zur Kompression.
  • Humerus-Fixateurplatte: Die Humerus-Fixateurplatte wird bei proximalen Humerusfrakturen genutzt. Durch spezielle Oberarmkopfschrauben erfolgt die Fassung und Verklemmung des Frakturfragmentes des Oberarmkopfes in der Fixateurplatte. Zur Verankerung des Schaftfragmentes benutzt man normale Kortikalisschrauben.
  • Less invasive stabilization system (LISS): Dieses System wird bei distalen Femurschaftfrakturen, bei suprakondylären Frakturen und bei intraartikulären Frakturen genutzt und besteht aus Verriegelungsschrauben und einem plattenähnlichen Implantat, die zusammen als Fixateur interne wirken.

4 Durchführung

In der Regel wird die Frakturversorgung in Allgemeinanästhesie durchgeführt. Nach der Reposition erfolgt die osteosynthetische Versorung der Fraktur mit den oben beschriebenen Platten.

Da Plattenosteosynthesen nicht belastungsstabil sind, sollte bei Anwendung an der unteren Extremität zunächst eine Teil- und später eine Vollbelastung erfolgen.

5 Komplikationen

Es besteht die Gefahr der Lockerung der Platte, der Infektion des Knochens sowie einer Durchblutungsstörung. In der Regel treten Komplikationen jedoch eher selten auf.

6 Prognose

In der Regel führt die Plattenosteosynthese zu einer Abheilung der Fraktur. Das Metallmaterial kann nach mind. 12 Monaten entfernt werden. Die optimale Zeitspanne wird mit 12-18 Monaten angegeben. Die Metallentfernung (ME) innerhalb der ersten 12 Monate ist nicht anzuraten, da das Refrakturrisiko hoch ist. Deutlich länger als 18 Monate sollte man mit der Metallentfernung nicht warten, da dann nicht mehr sicher ist, ob das Metall noch vollständig zu entfernen ist. Es kann schon so weit eingewachsen sein, dass z.B. Schrauben bei dem Versuch des Entfernens abbrechen.

Fachgebiete: Chirurgie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

15 Wertungen (3.27 ø)

102.927 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: