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Humerusschaftfraktur

1 Definition

Unter der Humerusschaftfraktur versteht man einen Knochenbruch im Bereich des Humerusschaftes.

2 Epidemiologie

Es handelt sich um eine seltene Verletzung.

3 Ätiopathogenese

Humerusschaftfrakturen werden durch direkte und indirekte Gewalteinwirkung hervorgerufen. Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle und Stürze aus größerer Höhe führen über eine direkte Gewalteinwirkung vor allem zu Querfrakturen, kurzen Schrägfrakturen oder Mehrfragmentfrakturen.

Beim Sturz auf die Hand werden vor allem bei älteren Menschen Torsionsfrakturen beobachtet.

Pathologische Frakturen treten vor allem im Bereich des proximalen Humerusschaftes auf.

4 Klassifikation

Die AO-Klassifikation unterscheidet einfache Frakturen, Keilfrakturen und komplexe Frakturen.

4.1 Einfache Frakturen

Man unterscheidet:

  • 12- A1: Spiralfraktur
  • 12- A2: Schrägfraktur (Winkel größer als dreißig Grad)
  • 12- A3: Querfraktur (Winkel kleiner als dreißig Grad)

4.2 Keilfrakturen

Es werden unterschieden:

  • 12- B1: Spirale Keilfraktur
  • 12- B2: Gebogene Keilfraktur
  • 12- B3: Fragmentierte Keilfraktur

4.3 Komplexe Frakturen

Man unterscheidet:

  • 12- C1: Spiralfraktur
  • 12- C2: Mehrsegmentfraktur
  • 12- C3: Irreguläre Fraktur

5 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über starke Schmerzen. Es besteht eine Instabilität, in einigen Fällen lassen sich Krepitationen tasten. Hinzu kommen in der Regel eine Schwellung sowie ein Hämatom.

5.1 Begleitverletzungen

Der Nervus radialis verläuft spiralig um den Humerusschaft und kann durch eine Humerusschaftfraktur geschädigt werden. Dabei ist der Musculus triceps brachii in der Regel nicht in seiner Funktion eingeschränkt, da die den Musculus triceps brachii innervierenden Nervenfasern in der Regel bereits in der Axilla vom Nervus radialis abgegangen sind.

Wird der Nervus radialis im Rahmen einer Humerusschaftfraktur geschädigt, kommt es zum Ausfall der Extensoren am Unterarm, was zur so genannten Fallhand führt.

Auf der Streckseite des Unterarmes, auf dem Handrücken sowie auf der Dorsalseite der radialen 2 ½ Finger kommt es zu einem Sensibilitätsausfall.

Verletzungen von Gefäßen werden nur selten beobachtet.

Begleitende Frakturen im Bereich des Humeruskopfes sind möglich.

6 Diagnostik

Im Rahmen der klinischen Untersuchung sollten Durchblutung, Motorik und Sensibilität überprüft werden.

Anhand von Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen kann die Diagnose einer Humerusschaftfraktur gesichert werden.

7 Therapie

In vielen Fällen wird die Humerusschaftfraktur konservativ behandelt. Die Behandlung erfolgt durch die Anlage eines Gilchrist-Verbandes oder eines Oberarmgipses für ungefähr zwei Wochen, die von der Anlage eines Oberarm-Braces gefolgt wird.

Eine Indikation für eine operative Behandlung besteht bei Schädigungen von Gefäßen und Nerven, bei offenen Frakturen mit Weichteilverletzungen, bei beidseitiger Fraktur, bei Interposition von Weichteilen in den Frakturspalt sowie bei Defektbrüchen.

Die osteosynthetische Versorgung erfolgt durch eine Marknagelung oder durch eine Plattenosteosynthese. Bei offenen Frakturen oder bei polytraumatisierten Patienten wird häufig zunächst ein Fixateur externe angebracht.

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Fachgebiete: Chirurgie

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