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Gelenkkapsel

Synonym: Capsula articularis
Englisch: joint capsule, articular capsule

1 Definition

Die Gelenkkapsel ist die bindegewebige Umhüllung eines Gelenkes. Als Fortsetzung des Periosts bildet sie eine Art Schlauch, welcher das Gelenk allseitig umgibt.

2 Aufbau

Sie besteht aus einer äußeren derben Faserschicht (Membrana fibrosa) und einer Innenschicht (Membrana synovialis).

2.1 Membrana fibrosa

Die Membrana fibrosa wird auch Stratum fibrosum genannt und ist aus derben Faserzügen aufgebaut, die zum überwiegenden Teil aus Collagen (Typ I) bestehen. Ihre Dicke kann von Gelenk zu Gelenk variieren. Die Membrana fibrosa verstärkt das Gelenk durch funktionell ausgebildete Bandstrukturen, beispielsweise im Kniegelenk die Kollateralbänder. Im Bereich der Gelenkränder setzt sich die Membrana fibrosa in das Periost fort. Bei einigen Gelenken (z.B. Kniegelenk) können Zwischenscheiben (Menisci) an der Kapsel angeheftet sein.

2.2 Membrana synovialis

Die Membrana synovialis (Stratum synoviale) stellt eine aus lockerem Bindegewebe bestehende Gelenkinnenhaut dar. Sie enthält weniger Fasern als die Membrana fibrosa. Das histologische Bild eines einschichtigen, teilweise auch mehrschichtigen Epithels kommt durch die sonst verzweigten Fibrozyten zustande, welche hier allerdings als synoviale Deckzellen an der inneren Oberfläche flächenhauft ausgebreitet sind. Die Membrana synovialis bildet gefäßreiche Falten, so genannten Plicae synoviales und fettzellhaltige, ebenfalls gefäßreiche Zotten, die Villi synoviales. Sie bewirken eine Oberflächenvergrößerung. Die hohe Schmerzempfindlichkeit der Synovialmembram ist durch ihre hohe Anzahl an Nervenfasern und Rezeptoren bedingt.

Die Membrana synovialis produziert die Synovialflüssigkeit, die sie auch wieder resorbieren kann.

3 Pathophysiologie

Bei längerer Ruhigstellung eines Gelenkes kann es durch Schrumpfung der Membrana fibrosa zur Kontraktur kommen. Übermäßige Produktion von Synovialflüssigkeit durch die Synovialmembran kann zu einem Gelenkerguss führen.

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