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Giftpflanze

(Weitergeleitet von Giftpflanzen)

Englisch: poisonous plant

1 Definition

Eine Giftpflanze ist eine Pflanze, die Substanzen enthält, die eine schädliche Wirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus entfalten, wenn sie in ausreichender Dosis aufgenommen werden.

2 Hintergrund

Die Aufnahme von Giftpflanzen durch Menschen ist meist akzidentell. Vor allem Kinder sind gefährdet, sich durch den Verzehr von toxischen Früchten zu vergiften.

3 Wirksame Inhaltsstoffe

Im Wesentlichen lassen sich Giftpflanzen nach der Chemie und Pharmakologie ihrer Inhaltsstoffe einteilen. Im Folgenden werden die wichtigsten Wirkstoffgruppen jeweils mit einigen Beispielen aufgelistet:

3.1 Alkaloide

Stickstoffhaltige, organische Verbindungen; häufig, jedoch nicht zwangsläufig, spezifische Wirkung auf das Nervensystem.

3.2 Ätherische Öle

Flüchtige, lipophile Stoffgemische von zumeist aromatischem, charakteristischem Geruch. Zumeist handelt es sich um Terpene, seltener um Aromaten. In therapeutischen Dosierungen sind in der Regel keine akut toxischen Effekte zu befürchten. Lediglich bei Kleinkindern sollte man Vorsicht walten lassen, da es auch in therapeutischer Dosis zu einem Stimmritzenkrampf kommen kann. Einige Bestandteile können akute, spezifische toxische Effekte hervorrufen (z.B. Neurotoxizität bei Thujon). Weiterhin muss stets mit einer (Schleim-) Haut-Reizung gerechnet werden. Folgende Substanzen sind Bestandteil ätherischer Öle:

3.3 Glykoside

Verbindung aus Aglykon (wirksames Prinzip) und einem oder mehreren Zuckermolekülen.

3.4 Peptide und Proteine

3.5 Pflanzensäuren

3.6 Saponine

4 Hintergrund

Giftstoffe sind nicht primär notwendig für das Überleben der Pflanze, verschaffen ihr jedoch sekundär einen Überlebensvorteil, da sie beispielsweise als Fraßgift gegenüber Fressfeinden fungieren können. In der richtigen Dosierung haben viele Giftpflanzen oder deren Wirkstoffe einen therapeutischen Nutzen als Heilpflanze bzw. Arzneistoff.

5 Maßnahmen bei Vergiftungen

Für die wenigsten Giftpflanzen liegen spezifische Antidote (Gegengifte) vor. Allgemeine Maßnahmen zur Resorptionsverminderung sind die Gabe von Aktivkohle und Natriumsulfat. Klinisch kann eine Magenspülung erfolgen. Es ist weiterhin auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten.

5.1 Giftnotruf

Telefon-Nummern:

  • allgemeiner Notruf: 112
  • Giftinformationszentrale Bonn: 030-19240

6 Literatur

  • Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol Verlag, Karlsruhe/ München, 2008.

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