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Campher

Handelsnamen: Camphoderm u.a.
Synonyme: Kampfer u.a.
Englisch: Camphor

1 Definition

Campher ist ein durchblutungfördernder, schleimlösender und schmerzlindernder Arzneistoff, der ursprünglich aus dem ätherischen Öl des Kampferbaums Cinnamomum camphora stammt und heute hauptsächlich synthetisch hergestellt wird. Der Wirkstoff wird durch seine wärmenden Eigenschaften im Rahmen der Therapie von Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Erkältungen eingesetzt.

2 Chemie

Campher hat die Summenformel C10H16O und eine molare Masse von 152,23 g/mol. Es handelt sich um ein bizyklisches Monoterpen-Keton, das im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen gebildet wird.

In reiner Form ist es ein weißlicher oder transparenter Feststoff. Der Schmelzpunkt liegt bei 180 °C, der Siedepunkt bei 204 °C. Die Verbindung ist schlecht löslich in Wasser und gut löslich in organischen Lösungsmitteln wie Ethanol oder Chloroform.

3 Wirkmechanismus

Campher aktiviert TRPV1- und TRPV3-Kanäle und wirkt so durchblutungsfördernd und erwärmend. Die kühlende Hautempfindung zu Beginn wird auf die Interaktion mit dem TRPM8-Rezeptor zurückgeführt.[1]

4 Pharmakokinetik

Campher wird zunächst zum Alkohol 2-Borneol und danach in der Leber zum Glucuronid metabolisiert. Der Wirkstoff wird renal eliminiert.

5 Indikationen

Campher ist zur äußerlichen Behandlung folgender Erkrankungen indiziert:

6 Darreichungsformen

Der Arzneistoff wird in Form von Tropfen, Nasentropfen, Lösungen, Cremes, Salben, Weichkapseln und als Badezusatz appliziert. Campher kommt sowohl alleine als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen und ätherischen Ölen zum Einsatz.

7 Nebenwirkungen

Bei innerer Anwendung muss die geringe therapeutische Breite von Campher beachtet werden. Die äußere Verwendung sollte höchstens in 10 bis 20 %iger Verdünnung erfolgen.

8 Kontraindikationen

9 Quellen

  1. Tudor Selescu et al.: Camphor activates and sensitizes transient receptor potential melastatin 8 (TRPM8) to cooling and icilin. Chem Senses. 2013 Sep
  2. Meyer EA; Der Campher – Bei Muskelschmerzen, Katarrhen und Hypotonie; doctors|today, 2021; 1 (2) Seite 34-35

Tags:

Fachgebiete: Arzneimittel, Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juli 2022 um 13:20 Uhr bearbeitet.

Danke für den Hinweis, wir haben den Artikel angepasst.
#2 am 30.06.2022 von Natascha van den Höfel (DocCheck Team)
Unter Punkt 8 Kontraindikationen heißt es "die orale Einnahme ist kontraindiziert" (in der Wikipedia heißt es "obsolet"). Es gibt aber seit Jahrzehnten ein zugelassenes Präparat in Tropfenform zur oralen Anwendung mit 2,5% Campher (Korodin der Firma Rubogen GmbH). Ich nutze es selbst als demand-Präparat, es ist wirksam und ich möchte es nicht missen.
#1 am 29.06.2022 von Hans-Jürgen Körber (Arzt | Ärztin)

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