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Magenspülung

Synonyme: Magenausheberung, Magenabheberung, Magenausspülung, Magen auspumpen

1 Definition

Unter dem Begriff Magenspülung versteht man ein medizinisches Verfahren zur Entleerung des Magens, häufig nach oraler Aufnahme von giftigen oder verdorbenen Stoffen.

2 Prinzip

Zunächst wird ein Schlauch mit relativ großem Durchmesser durch die Mundhöhle und die Speiseröhre bis in den Magen vorgeschoben. Durch diesen Schlauch wird eine Kochsalz-haltige Spüllösung in den Magen geführt. Dabei werden insgesamt zwischen 20 und 25 Liter Flüssigkeit, aufgeteilt in Portionen von etwas 200 – 300 ml in den Magen gepumpt. Durch denselben Schlauch wird das Gemisch aus der Spüllösung und der die Magenspülung indizierenden Substanz wieder herausgepumpt und somit dem Körper entzogen. Vorrangiges Ziel bei diesem Procedere ist das Entfernen der giftigen Noxen aus dem Magen um ein weiteres Vordringen in den Körper, sowie eine Resorption und Verteilung in der Blutbahn zu verhindern.

Durch die Tatsache, dass sowohl das Einführen, als auch das Abpumpen durch ein und den selben Schlauch geschieht, wird das Risiko minimiert, dass Flüssigkeit oder Substrat in die Luftröhre kommt und inspiriert wird. Dadurch, dass der Schlauch bis in das Lumen des Magens hervorgeschoben wird, hat die Spülflüssigkeit auch keinen Kontakt zum Epithel der Speiseröhre (wie dies beim Erbrechen beispielsweise der Fall wäre). Durch die häufig bereits in den Blutkreislauf gelangten Toxine sind die Patienten, die sich einer Magenspülung unterziehen müssen, häufig in einem Zustand des Deliriums, weswegen sie von dem sehr unangenehmen Procedere wenig mitbekommen. Um dennoch sicherzustellen, dass der Betroffene den Schlauch nicht durchbeißt, wird im Bereich der Zähne ein Beißring platziert. Gegebenfalls kann es während der Magenspülung zu Erbrechen kommen, da der Schlauch einen Würgereflex auslöst. Die Magenspülung kann als beendet angesehen werden, wenn die aus dem Magen heraus gepumpte Flüssigkeit klar ist. In diesem Fall wird der Schlauch entfernt und dem Patienten wird meistens noch medizinische Aktivkohle verabreicht. Dies soll helfen, bereits im Darmsystem befindliche Giftstoffe schneller auszuscheiden.

3 Indikationen

Wichtigste Indikation für die Durchführung einer Magenspülung ist die versehentliche oder absichtliche (Suizidversuch) orale Aufnahme von giftigen Stoffen. Klassisches Beispiel hierfür wären z. B. aus Versehen verzehrte Giftpilze oder giftige Pflanzen. Weiterhin können Medikamente oder sonstige chemische Stoffe zum Zwecke der Selbsttötung aufgenommen worden sein. Während es bei giftigen Pflanzen, Pilzen und z. T. bei Medikamenten noch die sofortige Alternative des Erbrechens gibt, ist dies bei ätzenden Substanzen unbedingt zu vermeiden. Dies würde einen erneuten Kontakt zwischen der ätzenden Chemikalie und der Wand der Speiseröhre bedeuten. Hier ist die Maßnahme der Wahl ausschließlich eine Magenspülung. Auch aus diagnostischen Zwecken kann eine Magenspülung sinnvoll sein. Dabei wird im Magen befindliches Substrat abgesaugt, um evtl. Läsionen, Raumforderungen, Geschwüre oder Blutungen besser identifizieren zu können.

4 Risiken

  • Verletzung der Speiseröhre
  • Verletzung des Magens mit Blutung

Fachgebiete: Notfallmedizin

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