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Schwarzer Nachtschatten

Englisch: black night shade

1 Definition

Der Schwarze Nachtschatten, botanisch als Solanum nigrum bezeichnet, ist eine Giftpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). In einigen Gegenden ist sein Gebrauch als Arzneipflanze üblich.

2 Eigenschaften

Es handelt sich um eine einjährige, krautige Pflanze die eine Größe von circa 60 cm erreicht. Der aufrechte, kantige Stengel ist verzweigt und kann sowohl behaart als auch kahl sein. Die Laubblätter haben eine eiförmige Spreite und können ganzrandig bis gezahnt sein. Die weißen Blüten besitzen 5 Kronblätter sowie gelbe Staubblätter. Sie erscheinen zwischen Juni und Oktober und stehen in einer lockeren Trugdolde. Aus den Blüten entwickeln sich kugelige, in reifem Zustand (August bis Oktober) schwarze oder leicht rötliche Beeren, die eine Vielzahl an Samen enthalten. Die Standorte sind Wegränder, Äcker und Schuttflächen.

3 Verwendung

In Mexiko ist die Anwendung als Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie als Stimulans gebräuchlich. Weiterhin war die Verwendung in mittelalterlichen Hexensalben gängig. Noch heute ist die Pflanze Bestandteil diverser magischer Riten. Reife Beeren werden vielerorts gegessen, die Aussagen über deren Giftigkeit variieren. Unreife Früchte sind giftig.

4 Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält unter anderem das Alkaloid alpha-Solanin (Hauptwirkstoff; Steroidalkaloid-Glykosid mit Saponioneigenschaften), das Glykosid Solamargin und Solasodin, das Aglykon von Solasonin. Der Alkaloidgehalt liegt in unreifen Früchten bei bis zu 1,6%, wohingegen reife Früchte teilweise frei von Alkaloiden sind.

5 Toxikologie

Der Saponincharakter des Solanins bewirkt eine Hämolyse (Schädigung der Erythrozyten), wohingegen der Alkaloid-Anteil zu neurotoxischen Anzeichen führt. Bei Kindern sollen 6 bis 10 unreife Beeren toxische Symptome hervorrufen. Diese sind: Mydriasis, Flush, Übelkeit, Emesis. Nach initialer Erregung des zentralen Nervensystems folgt eine Dämpfung desselben, im Extremfall mit zentraler Atemlähmung. Weiterhin wirkt Solanin als starker lokaler Reizstoff. Außerdem bewirkt es Tonussteigerung des Uterus. Da Solanin renal teilweise unverändert eliminiert wird, kann es zu einer Nierenschädigung kommen.

5.1 Maßnahmen

Im Vordergrund stehen resorptionsvermindernde Maßnahmen (Aktivkohle, Natriumsulfat). Klinisch erfolgt eine Magenspülung. Des Weiteren muss die Möglichkeit der künstlichen Beatmung sichergestellt werden. Beim Auftreten von anticholinergen Symptomen kann auf Physostigmin zurückgegriffen werden.

6 Literatur

  • Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol Verlag, Karlsruhe/ München, 2008.

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