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Bittermandel

Englisch: bitter almond

1 Definition

Als Bittermandeln werden die Samen der Früchte der Pflanze Prunus amygdalus amara bezeichnet.

2 Toxikologie

Bittermandeln sind in rohem, nicht erhitztem Zustand durch ihren Gehalt an Amygdalin (bis zu 5 %) toxisch. Amygdalin ist ein cyanogenes Glykosid, das im Zuge der Verdauung Blausäure (Cyanwasserstoff) abspaltet. Blausäure wiederum wird zum Cyanid-Ion umgesetzt. Dieses blockiert durch Bindung an das 3-wertige Eisen der Cytochrom-c-Oxidase der Mitochondrien die Atmungskette und führt zu innerer Erstickung des Organismus. Die letale Dosis liegt für Erwachsene bei ca. 60 Stck. und bei Kindern bei 5-10 Stck. Bittermandeln.

siehe auch: Blausäureintoxikation

2.1 Therapie der Vergiftung

Besonders bei Kindern ist rasches Handeln erforderlich. Durch die Gabe von Aktivkohle wird die Resorption der Giftstoffe vermindert. Gegebenenfalls erfolgt eine Magenspülung. Es existieren mehrere Antidote, vor allem 4-Dimethylaminophenol (4-DMAP) und Natriumthiosulfat. Die Therapie der Intoxikation zielt darauf ab, das Cyanid in ungefährlicheres Thiocyanat umzuwandeln, das nicht mehr die Atmungskette hemmen kann. Durch die Gabe von Hydroxocobalamin (initial 5 g, ggf. nach 25-30 min. wiederholen) wird das Cyanid in Cyanocobalamin überführt und somit ebenfalls unschädlich gemacht.

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