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Schlafmohn

Lateinisch: Papaver somniferum
Englisch: opium poppy

1 Definition

Der Schlafmohn ist eine Gift- und Arzneipflanze aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die Pflanze unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelrecht.

2 Eigenschaften

Es handelt sich um eine einjährige, 0,4 bis 1,5 Meter große, krautige Pflanze mit spindelförmiger Wurzel. Die Laubblätter sind am Grund halb-stängelumfassend, ungeteilt, von relativ kahler Oberfläche und blaugrüner Färbung. Die Blätter der Blütenkrone sind violett bis weiß oder rot gefärbt. Die Blütezeit erstreckt sich über die Monate Juni bis August. Die Samen reifen in einer kugeligen Kapsel heran.

3 Vorkommen

Die Pflanze kommt in Zentral- und Kleinasien, am Mittelmeergebiet und in Deutschland zerstreut in allen Bundesländern vor (verwilderte Zierpflanzen). In Mitteleuropa wird die Pflanze seit der jüngeren Steinzeit kultiviert. Die Standorte sind sonnig, nährstoffreich und kalkhaltig.

4 Pharmazeutische Droge

  • Opium, lateinisch Latex Papaveris

Die unreife Samenkapsel liefert einen beim Anritzen austretenden Milchsaft. In getrockneter Form wird dieser Milchsaft als (Roh-) Opium bezeichnet.

5 Inhaltstoffe

Opium enthält neben Meconsäure, Proteinen, Schleimstoffen, Zucker, Harzen, Kautschuk und Wachsen bis zu 40 verschiedene Opium-Alkaloide, deren Gehalt je nach Sorte und Umweltbedingungen schwankt. Es wird unterschieden in Alkaloide vom:

Die verschiedenen Alkaloide wirken zum Teil entgegengesetzt. Sie beeinflussen unterschiedliche biochemische Strukturen. Die Wirkung von Opium ist demnach wesentlich komplexer, als die der einzelnen Komponenten. Opium wirkt berauschend, narkotisierend, sedativ, zentral antitussiv und spasmolytisch.

6 Literatur

  • Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol Verlag, Karlsruhe/ München, 2008.
  • Alberts & Mullen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere, Franckh Kosmos, Stuttgart, 2006.

Fachgebiete: Biologie

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