Opium
von altgriechisch: ὀπος ("opos") - Pflanzensaft, bzw. ὄπιον ("ópion") Saft der Mohnkapsel
Englisch: opium
1. Definition
Als Opium wird der getrocknete Milchsaft (Latex) des Schlafmohns (Papaver somniferum) bezeichnet.
2. Hintergrund
Opium enthält ca. 40 verschiedene Alkaloide, die im Rohopium bis zu einem Viertel der Masse ausmachen. Hauptbestandteile sind neben Morphin (ca. 10 %) Codein, Thebain, Papaverin, Narkotin, Narcein, Noscapin, und Xanthalin. Die natürlichen Wirkstoffe des Opiums werden Opiate genannt. Synthetisch hergestellte Stoffe mit morphinähnlicher Wirkung werden als Opioide bezeichnet. Ein halbsynthetisches Opioid ist Heroin, das durch die Acetylierung von Morphin hergestellt wird.
3. Herstellung
Der durch das Anritzen der unreifen, frisch verblühten Fruchtkapsel des Schlafmohns gewonnene Pflanzensaft trocknet zu einer braunen Masse ein, dem Rohopium. Pro Kapsel erhält man ca. 20–50 Rohopium. Um 1 kg Opium zu erhalten, benötigt man mindestens 20.000 Kapseln. Dies entspricht einem ca. 400 m2 großen Mohnfeld.
4. Verwendung
Opium wirkt analgetisch, antitussiv, anxiolytisch, sedierend und euphorisierend. Wegen seiner hypnotischen Wirkung wird es, besonders in Asien, als Rauschmittel verwendet. (siehe auch: Opioidabusus)
5. Literatur
- Dittbrenner et al. Variability of alkaloid content in Papaver somniferum L. Journal of Applied Botany and Food Quality 82. 103 - 107. 2009