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Heroin

Synonyme: Diacetylmorphin, Diamorphin, DAM
Englisch: heroin

1 Definition

Heroin wird halbsynthetisch aus Morphin und Essigsäureanhydrid (Acetanhydrid) oder Acetylchlorid hergestellt. Es ist ein stark analgetisches Opioid mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential.

2 Wirkung und Nebenwirkung

Heroin hat, ähnlich wie Morphin, eine euphorisierende und analgetische Wirkung. Heroinkonsum hat negative Auswirkungen auf den Schlaf und kann zu Obstipation durch seine Wirkung an µ2-Rezeptoren im GI-Trakt führen. Für Opioide gilt generell, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht zu Organschädigungen (z.B. Nieren-, Leber- oder Knochenmarkschädigungen) führen.

Indirekte Gesundheitsschäden entstehen durch die rasche Entwicklung körperlicher und psychischer Abhängigkeit, die in Folge zu achtlosem Umgang mit dem eigenen Körper, Infektionen durch Teilen von Fixbesteck (HIV, Hepatitis), sozialem Abstieg,Verwahrlosung, Beschaffungskriminalität, etc. führt. Insbesondere Mischkonsum ist gefährlich. Ein Entzug ist nicht lebensgefährlich, aber sehr unangenehm, was den Ausstieg aus der Szene erschwert.

3 Pharmakokinetik

Heroin ist lipophiler als Morphin und gelangt dadurch rascher ins Gehirn, was zu einem schnellerem und stärkeren Wirkeintritt, dem so gennanten Kick, führt. Die Dosistoleranz steigt bei täglichem Konsum rapide an, so dass bei täglichem Konsum für gleichbleibenden Effekt die Menge um das 1,5-2-fache gesteigert werden muss.

Es wirkt je nach Applikationsform mit einer Halbwertszeit von vier bis sechs Stunden und ist für die Organe des menschlichen Körpers nicht toxisch. Weitere Wirkungen auf den ungewöhnten Körper sind die emetische und atemdepressive Wirkung und Obstipation, welche auch bei längerem Konsum nicht wieder abklingen muss. Bei einer Überdosierung ist hauptsächlich eine Atemdepression gefährlich. Insbesondere bei Polytoxikomanie, bei zusätzlichem Konsum von Substanzen wie Alkohol, Benzodiazepine oder Barbituraten, kommt es häufig zum Atemstillstand mit Todesfolge (Goldener Schuss).

4 Antagonist

5 Applikationswege

  • intravenös: höchste Bioverfügbarkeit; schnellste Toleranzentwicklung; Gefahr der Infektion, Vernarbung, Thrombose, Abszessbildung.
  • intranasal: hohe Bioverfügbarkeit; Gefahr der Überdosierung, Verätzung/Verletzung der Nasenscheidewand (keine Regeneration bei toxischen Schäden der Nasenschleimhaut), Infektionen durch Teilen der Snief-Röhrchen.
  • Inhalation: mittlere Bioverfügbarkeit, umgeht aber den first-pass-effekt; geringstes Risiko der Überdosierung; löst vermutlich unspezifische Veränderungen der weißen Hirnsubstanz aus, man vermutet, dass Streckstoffe, die erhitzt werden ursächlich hierfür sein könnten.

6 Leitlinie

Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen Langfassung, pdf

Das mag sein - aber in diesem Artikel geht es um Heroin - nicht um Methadon.
#2 am 07.06.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Indirekte Gesundheitsschäden treten doch vor allem deshalb auf, weil Opiate praktisch nur illegal zu bekommen sind. Ich selber kenne zwei Personen die beide seit mehr als 30 Jahren täglich Methadon konsumieren. Beide haben technische Berufe auf Engineering Level, sehr gute Einkommen, sind sozial völlig integriert und nicht zuletzt gesund. Einer ist 66 Jahre alt! Wieso ist das nicht auch mit anderen Opiaten möglich? In der Schweiz gibt es das Heroinprogramm aber die Regeln sind extrem. Und man kommt nur rein wenn man halb tot ist. Mann muss sich also zuerst körperlich und geistig ruinieren bis man angenommen wird!!
#1 am 04.06.2018 von Mario Widmer (Nichtmedizinischer Beruf)

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