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Candidiasis

Synonyme: Candidose, Kandidose, Candidosis, Candidamycosis, Candidamykose, Kandidamykose, Moniliasis, Soor
Englisch: candidiasis

1 Definition

Die Candidiasis ist eine Infektionskrankheit mit Infektion durch Pilze der Gattung Candida. Beim größten Teil der Candida-Infektionen liegt eine Infektion mit der Art Candida albicans vor.

2 Erreger

Pilze der Gattung Candida gehören zu den Hefepilzen und gelten als fakultativ pathogene Erreger. Candida albicans ist auch bei einem Teil der Gesunden in Gastrointestinaltrakt, Pharynx und Vagina nachweisbar.

Eine Candidiasis tritt auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei Patienten mit Leukämie treten zudem gehäuft Candida-Infektionen mit weiteren Stämmen auf, unter anderem Candida glabrata, Candida krusei und Candida tropicalis. Insgesamt sind über 150 Candida-Arten bekannt.

3 Einteilung

Bei der Candidiasis werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden:

Bei der systemischen Candidiasis können prinzipiell alle Organsysteme betroffen sein. Häufiger befallene Organe sind:

Die systemische Candidiasis ist insbesondere bei Patienten mit AIDS und hämatoonkologischen Patienten in Neutropenie besonders gefürchtet.

4 Klinik

Die mukokutane Candidiasis führt zu abstreifbaren weißlichen Belägen auf den betroffenen Schleimhäuten von Mundhöhle und/oder Speiseröhre. Sie kann eine Erstmanifestation des AIDS sein. Weitere lokalisierte Candidainfektionen finden sich oft in Hautfalten (intertriginös bzw. interdigital) sowie an den Nägeln.

Die systemische Candidose ist tückisch und kann sich organspezifisch z.B. als Leberabszess, Endokarditis, Candida-Pneumonie oder Meningitis äußern. Sie muss bei Risikopatienten immer als Ursache für neu aufgetretene Beschwerden in Betracht gezogen werden. Bei einer Reihe von Indikationsgruppen wird eine lokal wirksame antimykotische Therapie als Prophylaxe empfohlen, um das Risiko einer invasiven Candidiasis zu verringern.

Ein typisches klinisches Szenario für eine systemische Candidiasis wäre ein nicht auf Antibiotika ansprechendes Fieber bei einem Patienten, der sich nach Chemotherapie in der Neutropenie befindet.

5 Diagnostik

Der Nachweis von Candida albicans sollte am besten durch eine direkte mikrobiologische Diagnostik erfolgen. Hierzu ist die Gewinnung von erregerhaltigem Untersuchungsmaterial notwendig. Dieses kann als Abstrich von den Belägen der Mundschleimhaut, im Rahmen einer Gastroskopie als Biopsie der Ösophagusschleimhaut oder auch organspezifisch, beispielsweise durch eine bronchoalveoläre Lavage gewonnen werden.

Das so gewonnene Material kann durch mikroskopische Untersuchung und Kultivierung (Sabouraud-Agar) den Nachweis von Candida ermöglichen. Serologische Untersuchungen zum Antikörpernachweis (Candida-Hämagglutinationstest, Candida-Immunfluoreszenztest) sind möglich, jedoch bei immunsupprimierten Patienten auch unzuverlässig. Ein Antigennachweis ist aus Urin, Bronchialsekret und Biopsiegeweben möglich.

6 Differentialdiagnose

Bei intertriginöser bzw. submammärer Candidose sollte auch an eine Psoriasis inversa gedacht werden.

7 Risikofaktoren

Im Rahmen der Diagnostik ist immer auch das Risiko für eine chronische mukokutane Candidiasis und invasive Formen zu bewerten. Hierzu gehört die gezielte Suche nach Risikofaktoren wie:

Auch mögliche Eintrittspforten für Erreger sind abzuklären, hierunter vor allem:

8 Therapie

Die Therapie der Candidiasis erfolgt durch den Einsatz von Antimykotika. Die Therapieschemata und -leitlinien sind jeweils an die Begleitumstände der Candidiasis angepasst und bisweilen unübersichtlich.

Merken sollte man sich als Grundsätze der Therapie:

Bei lokalen Candida-Infektionen werden in der Regel lokal wirksame Lösungen von Amphotericin B (z.B. Ampho-moronal®), Fluconazol bzw. Itraconazol angewendet. Bei vaginalen Infektionen stehen vaginal applizierbare antimykotische Präparate zur Verfügung.

Bei systemischen Infektionen wird Fluconazol intravenös eingesetzt. Bei Nichtansprechen erfolgt eine Eskalations- und Kombinationstherapie unter Hinzuziehen von Voriconazol, Amphotericin B und eventuell Caspofungin.

Eine sehr brauchbare Leitlinie für das Vorgehen bei hämatoonkologischen Patienten wird von der "Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie" gepflegt.

Bei HIV-Patienten mit zu erwartendem rezidivierendem bzw. chronischem Verlauf wird eine Prophylaxe mit Fluconazol empfohlen.

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