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Morbus Hodgkin

nach Thomas Hodgkin (1798 bis 1866), britischer Pathologe
Synonyme: Hodgkin-Lymphom, Lymphogranulomatose

Englisch: Hodgkin lymphoma

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Beim Morbus Hodgkin bzw. Hodgkin-Lymphom handelt es sich um eine maligne lymphatische Systemerkrankung.

2 Geschichte

Der Pathologe Thomas Hodgkin präsentierte 1832 in London erstmalig den klinischen Verlauf sowie die Obduktionsbefunde von mehreren Patienten mit großen Lymphomen und Splenomegalie. Die pathologisch veränderten Lymphknoten waren entlang der großen Gefäße an Hals, Thorax und Abdomen zu finden. Später wurden charakteristische mehrkernige Riesenzellen gefunden, die heute als Sternberg-Reed-Zellen bezeichnet werden.

3 Epidemiologie

Die Krankheitsinzidenz in Deutschland beträgt etwa 3 Personen pro 100.000 Einwohner. Ein erster Altersgipfel liegt um das 25. Lebensjahr, ein zweiter tritt später um das 60. Lebensjahr auf.

4 Ätiologie

Die Ätiologie gilt zwar noch als ungeklärt, jedoch liegt unter anderem eine Assoziation mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) nahe, da es in rund 50 % der Fälle in den Tumorzellklonen nachgewiesen werden und zu einer Immortalisierung von Zellen führen kann.

5 Einteilung

Das klassische Hodgkin-Lymphom wird eingeteilt in Noduläre Sklerose, Mischtyp, Lymphozytenarmen Typ und Lymphozytenreichen Typ.

5.1 Noduläre Sklerose

Die Noduläre Sklerose ist der am häufigsten (65 %) vorkommende Subtyp des Morbus Hodgkin und histologisch durch zwei Merkmale charakterisiert:

  • In den untersuchten Geweben kommen Lakunarzellen vor, eine Sonderform der Sternberg-Reed-Zelle,
  • Kollagene Fasern durchsetzen das befallene lymphatische Gewebe und unterteilen es in ein nodulär (knotig) geprägtes Muster.

Klinisch befällt die Noduläre Sklerose bevorzugt Lymphknoten am unteren Hals, supraklavikulär und im Mediastinum. Betroffen sind junge Erwachsene. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

5.2 Mischtyp

Der Mischtyp ist insgesamt die zweithäufigste (25 %), bei über 50 Jahre alten Patienten die häufigste Form des Morbus Hodgkin. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Histologisch herrscht ein gemischtzelliges Bild vor. Zwischen dem bunten Zellbild finden sich zahlreiche Sternberg-Reed-Zellen.

Im Vergleich zu den anderen Formen des Hodgkin-Lymphoms ist der Mischtyp bei Diagnosestellung häufiger in einem weiter fortgeschrittenen Stadium. Die Patienten zeigen die prognostisch ungünstige B-Symptomatik entsprechend häufiger.

5.3 Lymphozytenreicher Typ

Der seltene (5 %) Lymphozytenreiche Typ des Hodgkin-Lymphoms manifestiert sich meistens als isolierter zervikaler oder axillärer Lymphknotenbefall, kommt gehäuft bei männlichen Patienten um das 30. Lebensjahr vor und hat eine sehr gute Prognose.

Das histologische Bild wird hauptsächlich von den Lymphozyten ähnlichen Zellen und Makrophagen geprägt. Klassische Sternberg-Reed-Zellen sind selten. Charakteristisch sind deren Variation, die sogenannten Popcorn-Zellen.

5.4 Lymphozytenarmer Typ

Der noch seltene (<1%) Lymphozytenarme Typ manifestiert sich meistens durch abdominalen Lymphozytenbefall und hat die schlechteste Prognose aller Typen des M. Hodgkin. Lymphozytenarmer Typ betrifft v.a. ältere (70-80 J.) Frauen.

Histologisch zeigt sich ein Bild von z.T. atypischen Hodgkin-Reed-Sternbergzellen mit Mitosen, wenige Lymphozyten und ist fast immer mit EBV assoziiert.

6 Symptome

7 Diagnostik

8 Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung des Morbus Hodgkin erfolgt nach der Ann-Arbor-Klassifikation.

Fachgebiete: Onkologie

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Christopher Wallraff schreibt seit dem 23.04.2009 im Flexikon, hat bereits 26 neue Artikel publiziert und 28 Artikeldetails verbessert.

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