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Körperliche Untersuchung

Synonym: klinische Untersuchung
Englisch: physical examination

1 Definition

Die körperliche Untersuchung ist die unmittelbare Untersuchung eines Patienten durch die Sinne des Arztes (Sehen, Hören, Tasten, Riechen), ggf. unter Verwendung einfacher Hilfsmittel (z.B. eines Stethoskops). Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der gründlichen Diagnostik und dient der orientierenden Erfassung pathologischer Abweichungen.

Die weitere Abklärung der Erkrankung kann im Anschluss durch apparative Untersuchungen und Laboruntersuchungen erfolgen.

2 Einteilung

Die körperliche Untersuchung kann sich auf einzelne Körperabschnitte bzw. Organsysteme beschränken oder den ganzen Körper einbeziehen. In letzterem Fall spricht man von einer Ganzkörperuntersuchung.

3 Methoden

Die körperliche Untersuchung bedient sich folgender Methoden, die sich zum Beispiel nach dem IPPAF-Schema gliedern lassen:

Neben diesen Methoden können weitere Techniken eingesetzt werden, z.B. das Testen auf Klopfschmerzhaftigkeit. Darüber hinaus sollte auch die Geruchswahrnehmung Teil der körperlichen Untersuchung sein, da sich einige Erkrankungen (z.B. Lebererkrankungen) durch einen charakteristischen Geruch bemerkbar machen. In der historischen Medizin - vor der Verfügbarkeit von Laboruntersuchungen - wurde sogar gelegentlich das Schmecken als Teil der körperlichen Untersuchung eingesetzt, z.B. das Schmecken des Urins bei Diabetes mellitus.

siehe auch: Liste der klinischen Untersuchungsverfahren

4 Systematik

Bei der Durchführung der körperlichen Untersuchung sollte man einer festen Systematik folgen, um keine Aspekte zu übersehen. Der Patient ist möglichst bis auf die Unterwäsche entkleidet. Typischerweise beginnt die Untersuchung mit der Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustandes, welche die Erfassung der wichtigsten körperlichen Parameter wie Körpergröße, Körpergewicht und Alter einschließt. Des weiteren werden Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und ggf. die Atemfrequenz ermittelt.

Im Anschluss schreitet man dann über einzelne Stationen (Kopf, Hals, Obere Extremität, Thorax, Bauch, Genitalbereich, Untere Extremität) von kranial nach kaudal fort. Alternativ kann die Untersuchungssystematik nach Organsystemen gegliedert sein (Haut, Thoraxorgane, Bauchorgane, Bewegungsapparat, Nervensystem, Gefäßstatus etc.).

Umfang, Dauer und Fokus der körperlichen Untersuchung können stark variieren und sind von der Ausgangssituation (Routinediagnostik, Notfall), sowie vom jeweiligen Fachgebiet abhängig. Bei konkreten Verdachtsdiagnosen wird das Augenmerk oft schnell auf den Hauptbefund gerichtet.

5 Optionen

Die körperliche Untersuchung kann bei Bedarf in verschiedene Richtungen vertieft werden. Die meist oberflächliche Beurteilung des Nervensystems anhand der Reflexe kann z.B. durch eine gründliche neurologische Untersuchung ergänzt werden, die in der Regel der Neurologe vornimmt. Gleiches gilt für die Untersuchung des Bewegungsapparats, die vom Orthopäden durch Messung der Bewegungsfreiheit einzelner Gelenke oder durch klinische Tests (z.B. Schubladentest) verfeinert werden kann. Weitere Ergänzungsmöglichkeiten sind die rektale Untersuchung und die ophthalmologische Untersuchung.

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