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Leptospirose

Englisch: leptospirosis

1 Definition

Leptospirosen sind durch Infektion mit Bakterien der Gattung Leptospira hervorgerufene Krankheitsbilder.

Im einzelnen sind verschiedene Krankheitsbilder zu unterscheiden:

Gemeinsame Aspekte der Leptospirosen werden an dieser Stelle zusammengefasst.

2 Erreger

Die Leptospiren gehören zu den Spirochäten. Hierbei handelt es sich um Bakterien mit schraubenförmigen, langgestreckten Körpern mit kleinem Durchmesser, welche in der Lage sind sich aktiv mittels Geißeln fortzubewegen.

2.1 Vorkommen

  • Leptospiren können sowohl in aeroben, wie auch in anaeroben Verhältnissen vorkommen.
  • Sie finden sich im Boden und Wasser, aber auch als Parasiten von Wild- und Haustieren.

2.2 Übertragung

Leptospiren dringen über lädierte Haut und Schleimhäute in den Körper ein. Überträger sind vor allem Nager (Ratten und Mäuse), jedoch können auch die als Haustiere beliebten Katzen und Hunde über ihren Urin Leptospiren auf den Menschen übertragen.

Risikoreich ist daher der Kontakt mit Kot von infizierten Tieren und das Baden in kontaminierten Gewässern.

2.2.1 Risikogruppen

Risikogruppen für eine Leptospirose sind vor allem berufsbedingt Exponierte:

  • Tierpfleger
  • Kanalarbeiter
  • Klärwerksarbeiter
  • Landwirte
  • Schlachthofarbeiter

Leptospirosen treten epidemisch bei schlechten hygienischen Bedingungen, beispielsweise in Entiwcklungsländern oder nach Naturkatastrophen mit Zerstörung der Versorgungs-Infrastruktur auf.

3 Symptomatik

Die Initialsymptome ähneln einer gewöhnlichen Erkältung:

Der Beginn der Symptomatik ist in der Regel schlagartig.

Im weiteren Verlauf kann es hämatogen zur Aussaat des Erregers und Beteiligung verschiedener Organsysteme kommen:

Unbehandelt besteht bei Organbeteiligung eine hohe Letalität.

4 Diagnostik

Die Arbeitsdiagnose einer Leptospirose ist immer in Erwägung zu ziehen, wenn es zu einer fieberhaften Erkrankung mit Affektion der Leber (Transaminasenanstieg?) und Niere (Retentionswerte? Proteinurie? Hämaturie?) kommt.

Der Antikörpernachweis ist der am häufigsten praktizierte diagnostische Test. Ab einem Titer von 1:20 bzw. bei einem Anstieg des Titers nach Normalbefund besteht Verdacht auf eine akute Infektion.

Der direkte kulturelle Nachweis aus Blut, Urin oder Liquor gestaltet sich schwierig. Am ehesten lassen sich die Erreger direkt durch Dunkelfeldmikroskopie nachweisen.

5 Therapie

Eine hochdosierte Behandlung mit Antibiotika sollte bereits bei Verdacht eingeleitet werden. Geeignet sind vor allem:

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