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Hypokaliämie

Synonym: Hypokalämie
Englisch: hypokalemia

1 Definition

Von einer Hypokaliämie spricht man, wenn der Serumkaliumspiegel unter 3,6 mmol/l liegt.

2 Ätiologie

Es gibt mehrere Mechanismen, die zu einer Hypokaliämie führen können:

3 Symptomatik

Die Symptome einer Hypokaliämie sind geprägt von den elektrophysiologischen Folgen des Kalium-Mangels. Die entstehende Hyperpolarisation führt zu einer reduzierten neuromuskulären Erregbarkeit und daraus folgend zu:

Weitere Folgen des Kalium-Mangels sind metabolische Alkalose und hypokaliämische Nephropathie.

4 Diagnostik

Wichtigstes diagnostisches Verfahren ist die Bestimmung des Serumkaliums, gefolgt von der Suche nach der zugrundeliegenden Ursache (Medikamentenanamnese, Bestimmung des Aldosteronspiegels etc.).

5 Therapie

Zum einen muß die Ursache der Störung therapiert werden, zum anderen sollte eine Normalisierung des Kaliumspiegels möglichst rasch erfolgen.

Leichtere Formen der Hypokaliämie können durch kaliumreiche Ernährung (Bananen, Obstsäfte) oder magensaftresistente Kaliumchloridpräparate ausgeglichen werden. Bei Kaliumchlorid-Brausetabletten ist zu bedenken, dass Kaliumsalze die Magenschleimhaut angreifen.

Bei schweren Formen sollte unter EKG- und Kalium-Kontrolle parenteral Kaliumchlorid zugeführt werden. Hierbei ist jedoch die Gefahr einer Hyperkaliämie zu beachten. Die Tageshöchstdosis von Kaliumchlorid liegt bei 3 mmol/kg KG, wobei man maximal 20 mmol/h appliziert.

siehe auch: Hyperkaliämie

Gast2
Ihr beide sagt quasi das selbe, mit dem Unterschied in der Interpretation. Der verlorene Einfluss von Kalium führt zwar nicht zu einer Hypopolarisation, aber das Membranpotential ist nun (und bei voranschreitender Hypokaliämie immer mehr) viel empfindlicher für Störungen. Ab einem gewissen Punkt kann das Membranpotential überhaupt nicht mehr gehalten werden. Allerspätestens jetzt kommt es zu zu Extrasystolen und Rhytmusstörungen. Die beschriebenen Mechanismen sind Kompensatione, die in beide Richtungen begrenzt sind. Bei Überschreiten dieser Grenze weisen beide eine sehr ähnliche Klinik auf.
#3 vor 9 Minuten von Gast2 (Student der Humanmedizin)
Gast
Das ist nicht ganz richtig. Durch eine Hyperkaliämie kommt es zur einer gesteigerten Leitfähigkeit der Kaliumkanäle für Kalium, sodass die Repolarisation schneller abläuft und was zu den im EKG typischen Zeichen einer spitzen T-Welle führt. Auf der anderen Seite ist aufgrund der geänderten Ionenverhältnisse allerdings das Gleichgewichtspotential für Kalium erhöht (positiver), sodass die Herzmuskelzelle näher an der Depolarisationsschwelle ist. Bei der Hypokaliämie dagegen: durch Hypokaliämie werden die Kaliumkanäle inaktiviert, sodass das Ruhemembranpotentail über dem rechnerischen Gleichgewichtspotential für Kalium liegt. Dies führt dazu, dass die Zelle weiterhin erregbar bleibt, ergo sich nicht so weit von der Depolarisationsschwelle entfernt. Quelle: https://www.escardio.org/Journals/E-Journal-of-Cardiology-Practice/Volume-14/First-in-a-series-on-Hyperkalemia-Hyperkalemia-the-sodium-potassium-pump-and-the-heart
#2 vor 44 Tagen von Gast (Student der Humanmedizin)
Es gibt aber ein Paradox bei der Hypokaliämie : die Abnahme der extrazellulären Kalium-Konz führt zwar zu einer Hyperpolarisation und damit zu verminderter Erregbarkeit, aber das gilt nicht an allen Orten. Das Herz ist was besonderes hier. Kalium spielt eine große Rolle. Bei einer Hyperkaliämie sinkt die Membranpermeabilität für K+, damit wird der Einfluss von K+ auf das Ruhemembranpotential gemindert. Also die Zellmembran depolarisiert. Deswegen führt eine Hypokaliämie zu Herzrhythmusstörung z.B Extrasystolen wie die Hyperkaliämie !
#1 am 04.11.2016 von Mohamad Muzahem Omar Afandi (Student der Humanmedizin)

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